Das Konzentrationslager

Am 5. Mai 1945 befreiten Soldaten der U.S. Army in Gusen mehr als 20.000 KZ-Häftlinge, der Großteil stark unterernährt und in katastrophalem gesundheitlichen Zustand. In diesem wenig bekannten Konzentrationslager waren zu diesem Zeitpunkt demnach mehr Personen als im Hauptlager Mauthausen interniert. Nur wenige Überreste deuten heute auf die Existenz eines Lagers dieses Aufmaßes hin. Mehr als die Hälfte der mindestens 71.000 hierher deportierten Menschen kam in Gusen zu Tode.

Plan und Luftaufnahme 1945

Diese Luftaufnahme zeigt das Konzentrationslager Gusen I und II im Jahre 1945 und wurde zur besseren Orientierung durch einer schematische Darstellung der Lagerbauten ergänzt. Durch Klicken auf die Karteireiter über dem Bild kann zum Vergleich das Luftbild von Gusen aus dem Jahr 2001 aufgerufen werden. „Plan und Luftaufnahme 2001“ zeigt, welche Gebäude des Konzentrationslagers nach 1945 verschwunden, und welche heute noch übrig sind.

1 Gusen II2 SS Verwaltungsbaracken3 Häftlingsblock 6 und 7/8

4 Häftlingsbordell5 Jourhaus6 Nordöstlicher Wachturm

7 Nördlicher Wachturm8 Küchzenbaracke

10 Lager für sowjetische Kriegsgefangene11 Häftlingsrevier12 Steinbruch Gusen

13 Steinbruch Kastenhof Oberbruch14 Steinbruch Kastenhof Unterbruch15 Steinbrecher

16 Stollenanlagen "Kellerbau"17 RüstungsindustrieP Panoramabild


Luftaufnahme 1945

Seit Ende 1943 wurden die sichtbaren baulichen Entwicklungen in Gusen/St. Georgen von der alliierten Luftaufklärung kontinuierlich beobachtet und in unregelmäßigen Abständen fotografisch dokumentiert. Die Aufnahmen wurden im „Allied Central Interpretation Unit “ (ACIU) in England ausgewertet. Darauf basierend wurden Berichte, sogenannte „Military Intelligence Photographic Interpretation “ (MIPI) Reports, angefertigt. Das Interesse galt den alliierten Geheimdiensten dabei vor allem den Entwicklungen der Rüstungsindustrie, besonders deren unterirdischer Verlagerung. Auf Grundlage dieser Berichte wurden schließlich Bombardierungspläne ausgearbeitet. Obwohl der Komplex St. Georgen/Gusen/Mauthausen seit Monaten in Beobachtung stand, wurde er nie zum Ziel systematischer Bombardierungen durch die Alliierten.

Plan und Luftaufnahme 2001

1 Memorial

2 Versammlungsplatz

3 Besucherzentrum

4 Häftlingsblock 6 und 7/8

5 Steinbrechner

6 Jourhaus

7 SS Verwaltungsbaracke

8 Häftlingsbordell