Information der Öffentlichkeit

Auszug aus den Anordnungen des US-Militärgerichtsrats für Europa (Judge Advocate European Theatre of Operations) betreffend die Entsendung von Signal Corps Teams in befreite Konzentrationslager zur Sammlung von Beweismaterial von Kriegsverbrechen. Es wird darin Bezug genommen auf eine Direktive des Oberbefehlshabers der alliierten Invasionstruppen (SHAEF), Gen. Dwight D. Eisenhower, vom April 1945, in welcher er der fotografischen Dokumentation der in den Konzentrationslagern begangenen Kriegsverbrechen offiziell Priorität gegenüber der Kriegsberichterstattung einräumt. (NARA, College Park)Auszug aus den Anordnungen des US-Militärgerichtsrats für Europa (Judge Advocate European Theatre of Operations) betreffend die Entsendung von Signal Corps Teams in befreite Konzentrationslager zur Sammlung von Beweismaterial von Kriegsverbrechen. Es wird darin Bezug genommen auf eine Direktive des Oberbefehlshabers der alliierten Invasionstruppen (SHAEF), Gen. Dwight D. Eisenhower, vom April 1945, in welcher er der fotografischen Dokumentation der in den Konzentrationslagern begangenen Kriegsverbrechen offiziell Priorität gegenüber der Kriegsberichterstattung einräumt. (NARA, College Park)Nach der Befreiung drangen erstmals unwiderlegbare Fakten über die Zustände im Konzentrationslager Gusen an die breite Öffentlichkeit, die keine Zweifel über die dort begangenen Verbrechen mehr aufkommen ließen. 

Schon gegen Ende des Krieges, besonders aber nach der Kapitulation Deutschlands zielte die Politik der Alliierten auf eine möglichst weitgehende Information über die Verbrechen des NS-Regimes. Diese Dokumentationsarbeit wurde auf verschiedenen Ebenen verfolgt und richtete sich an die Weltöffentlichkeit ebenso wie an die deutsche und österreichische Bevölkerung.

Angesichts des Ausmaßes der begangenen Verbrechen ging es zum einen um die rechtliche Verfolgung der Täter, um die Ermittlung von Beweismaterial und die Anklage vor alliierten Militärgerichten. Im Sinne der Politik der Reeducation sollten den Deutschen möglichst unmittelbar die Folgen des von ihnen aktiv oder passiv unterstützen politischen Regimes vor Augen geführt und mittels der Präsentation unwiderlegbarer Fakten ein Bewusstsein für die Kriegsschuld Deutschlands geschaffen werden. Schließlich wurden auch die Menschen in den alliierten Heimatländern über die Verbrechen aufgeklärt, nicht zuletzt um sie nachträglich von der Notwendigkeit des geführten Krieges zu überzeugen.