Franzosen

"Der Abtransport aus Compiègne“; Zeichnung des französischen Überlebenden Bernard Aldebert, 1945/46. (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)"Der Abtransport aus Compiègne“; Zeichnung des französischen Überlebenden Bernard Aldebert, 1945/46. (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Nach der Kapitulation im Juni 1940 kamen große Teile Frankreichs unter deutsche Militärverwaltung. Süd- und Zentralfrankreich wurde dem kollaborierenden Vichy-Regime unterstellt. Den äußersten Südosten besetzte Italien. Als 1942 die Deportationen von Juden aus allen Teilen Frankreichs einsetzten und zugleich zivile Arbeitskräfte für Deutschland zwangsrekrutiert wurden, verstärkte dies den Zulauf zur französischen „Résistance“ ebenso wie die Repressionsmaßnahmen der Besatzer. 

Im Frühjahr 1942 kamen einzelne Franzosen nach Gusen, der erste größere Transport traf im März 1943 ein. Die meisten Zugänge französischer Häftlinge sind für die erste Hälfte des Jahres 1944 zu verzeichnen. Der Großteil der Franzosen wurde aus politischen Gründen nach Gusen deportiert, viele davon im Zuge der so genannten Aktion „Nacht und Nebel“, die darauf abzielte, durch das heimliche Verschleppen von Personen die Zivilbevölkerung in permanente Angst zu versetzen. 

Durch die Initiative des Internationalen Roten Kreuzes kam es im April 1945 zur Entlassung von über 500 Franzosen aus Gusen. Insgesamt wurden mindestens 2.400 Häftlinge französischer Nationalität nach Gusen deportiert, mindestens 1.000 davon kamen in Gusen ums Leben.