Polnische politische Häftlinge

Nach dem Überfall auf Polen im September 1939 wurden Teile Polens dem Deutschen Reich angegliedert, das Restgebiet als „Generalgouvernement“ verwaltet. Die Verfolgung der polnischen Bevölkerung hatte politische wie rassistische Gründe. Neben der systematischen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung wurden alle Polen gnadenlos verfolgt, die verdächtigt wurden, mit der polnischen Widerstandsbewegung in Verbindung zu stehen. 

Die ersten polnischen Häftlinge kamen am 8. März 1940 aus Buchenwald zum Lageraufbau nach Gusen. Zwischen Mai und August 1940 wurden insgesamt etwa 7.500 polnische Häftlinge aus den Lagern Dachau und Sachsenhausen nach Gusen verlegt. Mehrere tausend Polen wurden ab Anfang 1943 als SV-Häftlinge aus polnischen Gefängnissen nach Gusen überstellt. 

Trotz bestehender rassistischer Vorurteile und hoher Sterblichkeit konnten sich manche Polen in der Lagerhierarchie nach oben arbeiten. Insgesamt sind zumindest 25.000 polnische Häftlinge nach Gusen deportiert worden. Am Vorabend der Befreiung befanden sich knapp 8.300 Polen in den Gusener Lagern, darunter etwa 1.300 jüdische Häftlinge. Mindestens 13.000 Polen sind in Gusen umgekommen oder in Hartheim ermordet worden, andere wurden zum Sterben nach Mauthausen überstellt.