Sowjetische Kriegsgefangene

Sowjetische Kriegsgefangene am Appellplatz in Gusen, Oktober 1941. (Foto: SS-Foto, Museu d’Història de Catalunya, Barcelona: Fons Amical de Mauthausen)Sowjetische Kriegsgefangene am Appellplatz in Gusen, Oktober 1941. (Foto: SS-Foto, Courtesy of Museu d’Història de Catalunya, Barcelona: Fons Amical de Mauthausen)Einige Monate nach dem Überfall auf die Sowjetunion gelangten die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen (SU Kgf.) in die Konzentrationslager. Einer direkten Weisung Hitlers gemäß sollten politische Funktionäre unter den SU Kgf. sofort getötet werden. Sie wurden in den Kriegsgefangenenlagern der Wehrmacht ausgesiebt und – sofern man sie nicht an Ort und Stelle tötete – zur Exekution in die Konzentrationslager überstellt. Manche wurden „von der Exekution zurückgestellt“ und für den Arbeitseinsatz herangezogen. 

Die ersten SU-Kgf kamen im Oktober 1941 nach Gusen. Sie waren für den Arbeitseinsatz im Konzentrationslager ausgewählt worden. Ihre Unterbringung erfolgte bis Sommer 1943 räumlich und organisatorisch getrennt von den übrigen Häftlingen. Obwohl keine explizite Tötungsabsicht bestand, wurde die überwiegende Zahl der ca. 4.400 bis Herbst 1943 nach Gusen deportierten SU-Kgf. durch Arbeit, miserable Haftbedingungen und systematischen Nahrungsmittelentzug getötet. 

In den Jahren 1944/45 kamen zumindest knapp 2.000 weitere SU-Kgf. nach Gusen. Im vom Standortarzt geführten Totenbuch sind für Gusen über 3.000 verstorbene SU-Kgf. registriert, die tatsächliche Zahl der Toten dürfte mehr als 4.000 betragen.