Zivile Sowjetische Häftlinge

Rundschreiben des Chefs der Amtsgruppe D im SS-Wirtschafts- Verwaltungshauptamt an die Kommandanten der Konzentrationslager vom 26. Februar 1943. Darin wurde verfügt, dass „mit Rücksicht auf die Sicherung der in den Konzentrationslagern laufenden Rüstungsproduktion" (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Rundschreiben des Chefs der Amtsgruppe D im SS-Wirtschafts- Verwaltungshauptamt an die Kommandanten der Konzentrationslager vom 26. Februar 1943. Darin wurde verfügt, dass „mit Rücksicht auf die Sicherung der in den Konzentrationslagern laufenden Rüstungsproduktion" (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Obwohl der Arbeitseinsatz sowjetischer Zivilisten aus ideologischen Gründen ursprünglich nicht vorgesehen war, wurden wegen des Arbeitskräftemangels ab Anfang 1942 Sowjetbürger, vor allem Ukrainer und mehrheitlich Frauen, zur Arbeit nach Deutschland verschleppt. Um sie zu isolieren, internierte man sie in „Ostarbeiterlagern“, wo die Lebensbedingungen kaum besser waren als in den Konzentrationslagern. Fluchtversuche, der Vorwurf der „Arbeitsverweigerung“ oder der Sabotage waren Gründe für die Überstellung in ein Konzentrationslager. Daneben wurden Zivilsten auch aus politischen Gründen direkt von sowjetischem Territorium aus in die Konzentrationslager deportiert.

Mitte 1942 trafen in Gusen die ersten männlichen sowjetischen Zivilisten ein, darunter mehrere hundert Jugendliche, die im Lager zu Steinmetzlehrlingen ausgebildet wurden. Bis Anfang 1944 blieb ihre Zahl mit durchschnittlich etwa 1.000 relativ gering. Mit der Ausweitung der Rüstungsproduktion stiegen ab Anfang 1944 die Transporte sowjetischer Zivilisten nach Gusen stark an. 

Als „Bolschewisten“ und „slawische Untermenschen“ diffamiert, hatten es sowjetische Häftlinge in der Regel schwer, sich im Lager zu behaupten. Insgesamt dürften mehr als 9.000 sowjetische Zivilisten in Gusen inhaftiert gewesen sein, mindestens 2.700 davon kamen zu Tode.