Memorial

Entwurfskizze des Memorial de Gusen, Studio BBPR (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Entwurfskizze des Memorial de Gusen, Studio BBPR (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Der Errichtung des „Memorial de Gusen“ ist der Initiative von Überlebenden zu verdanken. Der Entwurf für dieses herausragende Bauwerk stammt von der renommierten italienischen Architektengruppe „B.B.P.R.“, gegründet von Gian Luigi Banfi, Lodovico Barbiano di Belgiojoso, Enrico Peressutti und Ernesto Nathan Rogers. Banfi und Barbiano di Belgiojoso waren selbst Häftlinge des Lagers Gusen, Banfi kam dort wenige Wochen vor der Befreiung zu Tode. Die Baudurchführung übernahm der österreichische Architekt Wilhelm Schütte, der schon zuvor den Denkmalpark „Internationales Forum des Widerstandes“ in der Gedenkstätte Mauthausen geplant hatte.

Den Entwurf zeichnet die Ablehnung der Formensprache traditioneller Denkmalarchitektur aus. Eine Abfolge unterschiedlich großer Räume ist gleich einem Labyrinth rund um den erhaltenen Krematoriumsofen angeordnet. Die Form des zentralen Gedenkraums nimmt jene des ebenfalls erhaltenen, unweit gelegenen Steinbrechers auf.

Schon unmittelbar nach Kriegsende hatten Überlebende rund um den Krematoriumsofen eine inoffizielle Gedenkstätte mit Gedenktafel und Gedenkstein errichtet. Pläne, den Krematoriumsofen abzureißen sowie Gedenktafel und –stein in die KZ-Gedenkstätte Mauthausen zu verlegen, konnten durch internationale Proteste abgewendet werden. In der Folge sammelten sich internationale Häftlingsvereinigungen zum „Comité du Souvenir du Camp de Gusen“ mit dem Ziel, den Bau des Memorials zu finanzieren. Das Memorial wurde am 8. Mai 1965 eröffnet.