"Totbadeaktionen"

"Totbadeaktionen" in Gusen, Zeichnung des Gusen-Überlebenden Ramón Milá aus dem Jahr 1946. (Privatarchiv Ramón Milá)"Totbadeaktionen" in Gusen, Zeichnung des Gusen-Überlebenden Ramón Milá aus dem Jahr 1946. (Privatarchiv Ramón Milá)In Gusen praktizierte die SS eine spezielle Methode des Massenmordes: Arbeitsunfähige und Kranke wurden ab Herbst 1941 zu Tode „gebadet“. In einer „Badeaktion“ wurden bis zu 300 Häftlinge eiskaltem und unter hohem Druck stehenden Wasser ausgesetzt. Das Stehen unter den Wasserstrahlen während mindestens einer halbe Stunde, führte bei den kranken und schwachen Häftlinge zum Zusammenbruch des Kreislaufs. Sie starben sofort oder ertranken in dem Wasser, das sich im Betonbecken sammelte. SS-Leute und Funktionshäftlinge trieben mit Fußtritten und Schlägen Häftlinge, die dem „Bad“ zu entfliehen versuchten, wieder zurück und traten zusammengebrochene Häftlinge unter Wasser. Häftlinge, die diese Tortur überstanden, starben in den folgenden Tagen an Lungenentzündung. 

Die „Totbadeaktionen“ wurden im Januar 1942 eingestellt. Wie viele Menschen auf diese Weise getötet wurden, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.