Zwangsarbeit

Die SS-Führung gründet im April 1938 das Unternehmen Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DESt), um in die Produktion von Baustoffen einzusteigen. KZ-Häftlinge sollen als Zwangsarbeiter ausgebeutet werden. Wenige Monate später beginnen in der lokalen Niederlassung der DESt, den Granitwerken Mauthausen, KZ-Häftlinge mit dem Brechen von Granitsteinen. Auch die Steinbrüche beim KZ Gusen gehören zur DESt.

Die Steinbrüche von Gusen sind gleichermaßen Ort der Zwangsarbeit und Stätte der Vernichtung. Häftlinge müssen hier bis zu 13 Stunden am Tag unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Die wirtschaftlichen Interessen der SS und der bewusste Verschleiß von Menschen stehen im Widerspruch zueinander: Während in den Steinbrüchen ein permanenter Mangel an Facharbeitern herrscht, werden viele Häftlinge systematisch zu Tode geschunden. Verschärfte Strafarbeit und gezielte Mordaktionen sind an der Tagesordnung.

1943 verlegen zwei große Rüstungsunternehmen Teile ihrer Produktion in die Konzentrationslager Mauthausen und Gusen: Steyr-Daimler-Puch und Messerschmitt. Tausende KZ-Häftlinge müssen nun in Gusen Gewehre sowie Flugzeugteile herstellen.

Ab Ende 1943 werden kilometerlange Tunnel für die Untertage-Verlagerung der Rüstungsfabriken errichtet. Die Schwerstarbeit hat hohe Todesraten zur Folge.