Die Zwangsarbeit bei der unterirdischen Rüstungsverlagerung

„Gusen II: Der Tunnel“, Häftlinge beim Bau von unterirdischen Stollenanlagen. Zeichnung des französischen Häftlings Bernard Aldebert, o. J. [1945/46] (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)„Gusen II: Der Tunnel“, Häftlinge beim Bau von unterirdischen Stollenanlagen. Zeichnung des französischen Häftlings Bernard Aldebert, o. J. [1945/46] (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Von den katastrophalen Arbeitsbedingungen beim Vorantreiben der Stollen von Bergkristall berichtete Rabbi Yechezkel Harfenes: 

"Unsere Arbeit nahm kein Ende, 24 Stunden am Tag, in drei Schichten. 

Natürlich dauerte es nicht lange, bis uns dieses wahnsinnige Arbeitstempo erschöpfte. Bei unserer Ankunft waren wir unverbraucht, stark, und voller Energie. Nach nur zwei Monaten jedoch waren wir wie schlappe Fetzen, gebeugte Kreaturen auf von Unterernährung aufgedunsenen Beinen. Wir bestanden buchstäblich nur noch aus Haut und Knochen. Kiefer und Augen traten aus unseren gelblichen Schädeln hervor. Hatte jemand erst einmal dieses Stadium erreicht, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis er zur Vernichtung “selektiert” wurde. […] 

Tausende starben auf diese Art und Weise, ganz abgesehen von den Dutzenden die täglich durch Unfälle, Schläge oder Hunger ums Leben kamen. Trotzdem gab es immer genug Arbeiter. Jeden Monat brachten neue Transporte mehr Jüdische Häftlinge, um die zu ersetzen, die im vorangegangenen Monat gestorben waren. Die Arbeiten gingen rasch voran und oft hatte sich, in den sechzehn Stunden die zwischen unserem Arbeitsende und dem Beginn unserer nächsten Schicht, alles so sehr verändert, dass es kaum wieder zu erkennen war."

(Zitiert in: Yechezkel Harfenes: Slingshot of Hell (BeKaf HaKela). Southfield, Mich.: 1988)