Die Zwangsarbeit für Messerschmitt GmbH Regensburg

Feliks Julian Znamirowski: „Kruzifix!!!“, Aquarell, 1944. Der polnische Häftling Znamirowski war in jenem Arbeitskommando eingesetzt, das für Messerschmitt Flugzeugrümpfe und Tragflächen lackierte. Unter dem Schutz eines Zivilmeisters der Messerschmitt GmbH., für den er auch dieses Aquarell anfertigte, malte Znamirowski während des Arbeitseinsatzes nach eigenen Angaben mehr als 100 Ölgemälde. Znamirowski beschreibt diesen als friedfertigen Menschen, der Fehler der ihm zugeteilten Häftlinge nicht mit körperlichen Strafen sanktionierte, sondern sich auf den Ausruf „Kruzifix!!!“ beschränkte. (Privatsammlung Reinhard Hanausch, Regensburg)Feliks Julian Znamirowski: „Kruzifix!!!“, Aquarell, 1944. Der polnische Häftling Znamirowski war in jenem Arbeitskommando eingesetzt, das für Messerschmitt Flugzeugrümpfe und Tragflächen lackierte. Unter dem Schutz eines Zivilmeisters der Messerschmitt GmbH., für den er auch dieses Aquarell anfertigte, malte Znamirowski während des Arbeitseinsatzes nach eigenen Angaben mehr als 100 Ölgemälde. Znamirowski beschreibt diesen als friedfertigen Menschen, der Fehler der ihm zugeteilten Häftlinge nicht mit körperlichen Strafen sanktionierte, sondern sich auf den Ausruf „Kruzifix!!!“ beschränkte. (Privatsammlung Reinhard Hanausch, Regensburg)Der Bericht des deutschen politischen Häftlings Host Keimling schildert einen Tag beim Arbeitseinsatz bei der Tragflächenfertigung der Me 109 im Lager Gusen I: 

„In großen Holzhallen, die Häftlinge gebaut hatten, wurden die Flächen und Rümpfe hergestellt. Die Arbeitszeit betrug pro Schicht 12 Stunden. Wecken war 4.05 Uhr. [...] 

Unser Kommando im Tragflächenbau betrug etwa 500 Häftlinge pro Schicht. [...] In der Werkhalle war durch Pressluftnieten ein mächtiger Krach, dass man das eigene Wort nicht verstehen konnte. Die Flächen wurden in einer Helling auf einer Fließstraße angefertigt. Die Aufsicht führte in jeder Abteilung ein Zivilmeister und ein Kapo. Die Kapos waren zum größten Teil deutsche kriminelle Verbrecher. In der Hand hatten sie einen Schlägerschlauch, so überwachten sie unsere Arbeit. Bei dem geringsten Fehler wurde Sabotage angenommen. Die Strafe war 25 Hiebe mit dem Schlauch auf das Gesäß. Ein Russe bekam 30 und ein Jude 50 Stockhiebe. Fast alle Nationen waren vertreten. Der kleinste Teil der Häftlinge waren Deutsche. 

Die Verständigung bei der Arbeit war nicht einfach. Deutsch war die Amtssprache. Die Tagesnorm war pro Schicht 10 Flächen. Vieles war Handarbeit. Bleche schneiden, biegen, Nieten, Bolzen, drehen wurde von ungelernten Häftlingen ausgeführt. Um eine einwandfreie Produktion zu gewährleisten, war eine Kontrolle vorhanden. Auch diese wurde von Häftlingen durchgeführt. Ausgeschlossen waren jedoch Russen und Juden. Ich übersah einmal zwei schiefe Nieten. Der Zivilmeister meldete es dem Kapo. Man bestrafte mich für jede Niete mit 10 Stockhieben. 

Wenn eine Fläche fertig war, wurde sie von fünfzehn bis zwanzig Häftlingen aus der Helling gehoben und in die Spritzerei getragen.“ 

(KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)