Messerschmitt GmbH Regensburg

Mit Zunahme der alliierten Luftangriffe auf das Deutsche Reich entwickelte sich 1943 eine enge Zusammenarbeit zwischen der SS und der Luftrüstungsindustrie. Besonders der Produktion von Jagdflugzeugen wurde größte Bedeutung zugemessen.

Der Bombenangriff der U.S. Air Force auf die Regensburger Messerschmitt GmbH. am 17. August 1943 legte große Teile der Produktion des Jagdflugzeuges Me 109 lahm. In Reaktion darauf wurde die Fertigung des Jagdflugzeuges in großem Umfang auf zahlreiche Standorte dezentralisiert. 

Bereits seit Januar 1943 kooperierte die Messerschmitt GmbH. mit der DESt. in Flossenbürg. Laut Vertrag stellte die Flugzeugfirma Rohmaterial, Maschinen und technisches Personal bzw. Know-how zur Verfügung, während die DESt. unter Rückgriff auf die Arbeitskraft der KZ-Häftlinge die Produktion übernahm. Die fertigen Produkte verkaufte die DESt. zu Festpreisen zurück an Messerschmitt. Das Geschäft war für beide Seiten lukrativ: Messerschmitt konnte ohne wirtschaftliches Risiko produzieren, die SS konnte so neben den zu erwartenden Gewinnen ihren Einfluss auf die Rüstungsindustrie steigern. 

Nach dem Vorbild Flossenbürg trafen auch die Granitwerke Mauthausen im Dezember 1943 eine Vereinbarung mit der Messerschmitt GmbH. Im Jänner 1944 wurden in Gusen bereits 25 Flugzeugrümpfe der Me 109 gefertigt, 423 Häftlinge waren zu diesem Zeitpunkt bei dieser Fertigung eingesetzt. Die Endmontage des Jagdflugzeugs erfolgte in Bayern. 

Auch die Produktion für Messerschmitt expandierte ständig, Mitte 1944 stammten 35 Prozent der Gesamtfertigung der Messerschmitt GmbH. Regensburg aus den Konzentrationslagern Flossenbürg und Mauthausen/Gusen. Die Entwicklung des technisch vollkommen neuartigen Düsenjägers Me 262 wirkte sich unmittelbar auf den Arbeitseinsatz in Gusen aus. Im Lauf des Jahres 1944 wurde die Fertigung auf die Me 262 umgestellt und in die fertigwerdenden unterirdischen Stollenanlagen verlagert. Mit Jahresende war der Einsatz von 4.000 KZ-Häftlingen und 400 Zivilarbeitern für diese Fertigung vorgesehen. Bis 1. Mai 1945 wurden 987 Flugzeugrümpfe der Me 262 fertiggestellt.