Die Ausstellung

Konzentrationslager Gusen 1939–1945. Spuren – Fragmente – Rekonstruktionen

IFoto Ausstellung(Foto: Andreas Buchberger)m Mai 2004 wurde direkt neben dem Memorial Gusen ein neues Besucherzentrum der Öffentlichkeit präsentiert. Bei den Bauarbeiten stieß man auf Fundamentreste der ehemaligen Krematoriumsbaracke, welche heute den Kern der Ausstellung bilden. Durch eine Aussparung im Boden sind diese Reste für die Besucher sichtbar. Verschiedene Texte, Fotos und Dokumente skizzieren die Geschichte des Krematoriums. Ausgehend von diesen physischen Überresten wird versucht, den Besuchern die Topographie des ehemaligen Lagers und dessen Einbettung in das regionale Umfeld zu vermitteln.

Anhand der vom "Erkennungsdienst" der SS angefertigten Fotos von den Aufbauarbeiten am Lager Gusen dokumentiert ein weiterer Ausstellungsteil dessen architektonische Entwicklung. Die hier präsentierten Bilder vom Lageraufbau bezeugen die Gewalt des Raumes über die Häftlingsmasse und deren Unterwerfung unter die funktionalen Vorgaben der Lagerarchitektur.

Der Bereich „Zwangsarbeit“ informiert über den Arbeitseinsatz der Häftlinge in den Steinbrüchen und ab dem Jahr 1943 in der Rüstungsindustrie bei den Rüstungswerken Steyr-Daimler-Puch AG und Messerschmitt GmbH sowie bei der unterirdischen Verlagerung der Rüstungsindustrie. In dem Ausstellungsteil „Vernichtung“ wird die systematische Massentötung von Häftlingen dargestellt.  Die Entwicklung der Häftlingsgesellschaft vor dem Hintergrund der strukturellen Veränderungen des Lagers Gusen wird in einem weiteren Ausstellungsbereich gezeigt. Hierher gehört auch die Darstellung Foto Ausstellung(Foto: Andreas Buchberger)der unterschiedlichen Opfergruppen. Neun Biographien von Häftlingen stehen exemplarisch für die einzelnen Opfergruppen. 

Neben den Texten, Fotos und Faksimiles von Originaldokumenten ist in der Ausstellung auch ein ca. einstündiger Film mit Zeitzeugeninterviews zu sehen.

Ein weiterer Teil rollt die Ereignisse rund um den 5. Mai 1945 besonders aus dem Blickwinkel der amerikanischen Befreier auf. Deren Bemühungen um eine Information der Öffentlichkeit löste eine wahre Flut an Bildern vom befreiten Lager aus, die auch heute noch die Vorstellungen von den Konzentrationslagern prägt.

Foto Ausstellung(Foto: Andreas Buchberger)Kuratoren:
Christian Dürr, Ralf Lechner, Stefan Wolfinger

Ausstellungsgestaltung:
Bernhard Denkinger 

Wissenschaftliche und konzeptionelle Beratung:
Bertrand Perz

Im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres (BM.I).

Der besondere Dank der Kuratoren gilt dem Gedenkdienstkomitee Gusen, insbesondere Martha Gammer und Rudolf A. Haunschmied, die seit vielen Jahren verdienstvolle Arbeit für das Gedenken in Gusen leisten und auch nicht gezögert haben, die Gestaltung der Ausstellung tatkräftig zu unterstützen.