Häftlingsrevier

Selektion im Revier, Zeichnung des ehemaligen Häftlings Bernard Aldebert (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Selektion im Revier, Zeichnung des ehemaligen Häftlings Bernard Aldebert (KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlungen)Das Häftlingsrevier war der Ort zur Unterbringung und rudimentären Versorgung kranker Häftlinge. Auf tatsächliche Heilung konnten hier nur Häftlinge mit Fällen leichterer Erkrankungen hoffen. Für viele Schwerkranke wurde das Häftlingsrevier zu ihrem letzten Aufenthaltsort. Hier wurden sie entweder von SS-Ärzten und ihren Handlangern durch Herzinjektionen oder in sogenannten „Totbadeaktionen“ ermordet, zur Vergasung in die Vernichtungsanstalt Hartheim transportiert oder direkt vor Ort durch das Einleiten von Zyklon-B in die Häftlingsbaracken getötet. 

Anfänglich war das Revier im Block 24 untergebracht, später kamen die Blocks 29 und 30 dazu. Der Ausbruch der ersten Flecktyphusepidemie im Sommer 1941 zwang zur Erweiterung des Reviers auf die Blocks 27 bis 32. Der Block 24 wurde zu einem Häftlingsblock umfunktioniert. 

Besonders berüchtigt waren die Blocks 31 und 32. Block 31 beherbergte Häftlinge mit schweren Durchfallerkrankungen. Die dort untergebrachten Häftlinge waren praktisch dem Tode geweiht, sie wurden nicht mehr medizinisch versorgt und erhielten auch kaum mehr Nahrung. Am 21./22. April 1945 wurden die meisten Kranken aus Befreite Häftlinge im Revier in Gusen I. (Foto: US Holocaust Memorial Museum, Washington)Befreite Häftlinge im Revier in Gusen I. (Foto: US Holocaust Memorial Museum, Washington)diesem und aus anderen Blocks des Reviers durch Einleiten von Zyklon B ermordet. Block 32 war der sogenannte „Invalidenblock“. Unter den hier her Verlegten wurden regelmäßig Selektionen durchgeführt im Zuge derer schwerstkranke Häftlinge zur Vergasung nach Hartheim überstellt wurden.