Weiterentwicklung und Projekte

EU-Projekt “Developing Education at Memorial Sites” 2013/2014

“Developing Education at Memorial Sites“ war ein 2013/14 durchgeführtes eineinhalbjähriges EU-Projekt der Pädagogik an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Es fand im Rahmen des Programms “Europa für Bürgerinnen und Bürger” der Europäischen Union mit Unterstützung durch das österreichische Bundesministerium für Inneres und durch _erinnern.at_ statt. 2008/09 entwickelte das pädagogische Team der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Zusammenarbeit mit externen ExpertInnen ein pädagogisches Konzept, das beim Rundgang den Austausch mit BesucherInnen über Wahrnehmungen und Gedanken zur erzählten Geschichte in den Mittelpunkt rückt (Yariv Lapid, Christian Angerer, Maria Ecker: „Was hat es mit mir zu tun?“ Das Vermittlungskonzept an der Gedenkstätte Mauthausen, in: GedenkstättenRundbrief Nr. 162, 8/2011, S. 40-45). Die theoretische Weiterentwicklung und die praktische Umsetzung dieses Zugangs, der auf eine gehaltvolle Interaktion mit den BesucherInnen über die KZ-Geschichte abzielt, stellen große gedenkstättenpädagogische Herausforderungen dar. Ziel des EU-Projekts „Developing Education at Memorial Sites“ war es, auf der Basis des pädagogischen Konzepts der KZ-Gedenkstätte Mauthausen theoretische und praktische Modelle für eine am Austausch mit BesucherInnen orientierte Gedenkstättenpädagogik zu erarbeiten, die auch für andere Gedenkstätten nutzbar sein können.

EU-Projekt “Developing Education at Memorial Sites” 2013/2014EU-Projekt “Developing Education at Memorial Sites” (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)Externe ExpertInnen von Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien bildeten gemeinsam mit internen ExpertInnen – den VermittlerInnen und dem pädagogischen Team der KZ-Gedenkstätte Mauthausen – den Think Tank des Projekts. Dieser traf sich zu fünf Workshops, bei denen die externen ExpertInnen zunächst Rundgangsstationen der VermittlerInnen kommentierten und in der Schlussphase des Projekts gemeinsam mit den VermittlerInnen Entwürfe für Rundgangssequenzen erprobten. Außerdem offerierten die externen TeilnehmerInnen ihre Expertise in Form von Präsentationen und Workshops über die Sozialpsychologie der Gewalt, über die Vermittlung von Komplexität in der Holocaust-Education und über Dramaturgie und Lernwege in der Gedenkstättenpädagogik. Diese Inhalte flossen in die Entwürfe ein.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben im EU-Projekt war die Herstellung  eines Instrumentariums zur Evaluation von Rundgängen. Ein Raster von Begriffen wurde erstellt, der mit Hilfe eines EDV-Programms die gezielte Analyse von transkribierten Rundgängen ermöglicht. Schließlich befasste sich eine eigene Arbeitsgruppe mit Möglichkeiten der infrastrukturellen, sozialen und psychologischen Unterstützung der VermittlerInnen an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

Auf der englischsprachigen Website www.edums.eu werden der Verlauf und die Ergebnisse des EU-Projekts „Developing Education at Memorial Sites“ mit reichhaltigen Text- und Bildmaterialien dokumentiert. Die Broschüre „The Challenges of Interaction. Developing Education at Memorial Sites“ (2014) fasst als Abschlussbericht die Arbeitsprozesse und Inhalte des EU-Projekts zusammen.