Spezialrundgänge an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

05.03.2019, 14:15 - 01.11.2019, 14:16 Uhr

Von März bis Oktober 2019 finden an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Themenrundgänge statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Spezialrundgänge an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Samstag, 23. März 2019, 10:00 Uhr
Mauthausen vor Gericht

Referent: Christian Rabl (Historiker, u.a. Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Melk)
Treffpunkt: Bookshop KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Der Verbrechensort KZ Mauthausen (samt seiner Außenlager) war ab 1946 Gegenstand zahlreicher Nachkriegsprozesse in ganz Mitteleuropa. Rund 500 ehemalige SS-Angehörige, Funktionshäftlinge und Zivilisten wurden abgeurteilt, ein Fünftel von ihnen zum Tod verurteilt und hingerichtet. Beim Rundgang wird auf einige der vor Gericht thematisierten Tatorte verwiesen sowie die Biografien von Verurteilten dargestellt.

 

Samstag, 27. April 2019, 10:00 Uhr
Zwischenräume I - Wanderung vom Bahnhof Mauthausen zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Referent: Franz Pötscher
Treffpunkt: Bahnhof Mauthausen

Auf dem Weg vom Bahnhof zur Gedenkstätte – identisch mit dem Weg von neu ankommenden Häftlingen ins KZ Mauthausen – werden die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen dem Lager und seinem lokalen Umfeld dargestellt. Im Fokus steht dabei die Rolle der „Beobachter“: Welche direkten Kontakte gab es, wie verhielten sich die Menschen der Region, was wussten sie von den Verbrechen? Und: Wie gehen die heutigen Bewohner mit der historischen Belastung des Ortes um?

 

Samstag, 18. Mai 2019, 10:00 Uhr
Zwischenräume II - Wanderung von der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zur KZ-Gedenkstätte Gusen

Referenten: Rudolf Haunschmied (Gedenkdienstkomitee Gusen) und Bernhard Mühleder (pädagogischer Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
​Treffpunkt: Steinbruch Wiener Graben, Mauthausen

Die Verflechtungen der Region Mauthauen-Langenstein-St. Georgen an der Gusen und der Konzentrationslager Mauthausen und Gusen werden bei der Wanderung an einzelnen Haltepunkten besprochen. Hier wird den Fragen nachgegangen: Wer war Täter, wer Opfer, wer Zuschauer? Wie fließend waren die Grenzen vom einen zum anderen? Und wer waren die wirtschaftlichen Profiteure des KZ-Systems?

 

Samstag, 15. Juni 2019, 10:00 Uhr
Gasmorde im KZ Mauthausen: Die Geschichte und ihre rechtsextreme Leugnung

Referent: Christian Angerer (Germanist, Historiker und Netzwerkkoordinator für erinnern.at OÖ)
Treffpunkt: Bookshop KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Das KZ Mauthausen war eines jener Konzentrationslager, in denen eine Gaskammer existierte. Auf dem Rundgang wird die Geschichte der Gasmorde im KZ Mauthausen mit Blick auf den Kontext der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik erzählt. Besonderes Augenmerk gilt dabei den revisionistischen Versuchen, die Morde durch Giftgas im Nationalsozialismus und im KZ Mauthausen zu leugnen.

 

Samstag, 6. Juli 2019, 10:00 Uhr
Sonderausstellung Marko Zink: M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31“E - Rundgang mit Künstlergespräch

ReferentInnen: Marko Zink (Künstler) und Gudrun Blohberger (pädagogische Leitung KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
Treffpunkt: Bookshop KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Von 11. April bis Ende Oktober 2019 beherbergen die Ausstellungsräume der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Fotoarbeiten von Marko Zink. Aufgenommen vom Künstler bei vielen Besuchen an der Gedenkstätte, wirken die Fotos nach ihrer Bearbeitung einerseits wie historische Fundstücke, andererseits wie Zeugen einer umfassenden Beschädigung. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch die Ausstellung erzählt der Künstler von den Motiven für seine Arbeiten: von den Blickwinkeln, die er mit der Kamera einnimmt, und davon, was ihn bei seiner Auseinandersetzung antreibt.

 
Samstag, 24. August 2019, 10:00 Uhr
„Konzentrationslager für Systemgauner“. Woher kamen die österreichischen Häftlinge des KZ Mauthausen?

Referent: Andreas Kranebitter (Leiter Forschungsstelle KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
​Treffpunkt: Bookshop KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Als die NS-Behörden unmittelbar nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich mit den Planungen des Konzentrationslagers Mauthausen begannen, kündigten sie es medial als Konzentrationslager für "Systemgauner" von "ganz Österreich" an. Österreicher, die als „asozial“ oder „kriminell“ etikettiert wurden, waren bis Kriegsende zwar zu einer kleinen Minderheit innerhalb der Häftlingsgesellschaft geworden, doch behielt das KZ bis Kriegsende seine Funktion als einer der zentralen Orte der Deportation und Ermordung von Menschen aus Österreich.

 
Samstag, 7. September 2019, 10:00 Uhr
Der Zweite Weltkrieg und seine Auswirkungen auf das KZ-System

Referent: Christian Dürr
​Treffpunkt: Bookshop KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Der Angriff der Deutschen Wehrmacht auf Polen und der Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 hatten auf die weitere Entwicklung des Konzentrationslagers Mauthausen weitreichende Auswirkungen. Die Häftlingsgesellschaft internationalisierte sich, ihre Arbeitskraft für die deutsche Rüstungsproduktion wurde immer wichtiger. Gegen Kriegsende fungierte das KZ Mauthausen als Auffanglager für Zentausende vor den alliierten Armeen evakuierte Häftlinge. Der Rundgang versucht diesen Auswirkungen des Kriegsverlaufs auf den Ort und die Geschichte des KZ Mauthausen nachzuspüren.

 
Sonntag, 29. September 2019, 10:00 Uhr
Denk-mal! Ein Rundgang am Tag des Denkmals

Referentin: Petra Bachleitner (pädagogische Mitarbeiterin KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
Treffpunkt: Bookshop KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Denkmäler haben einen hohen Symbolwert: Sie sollen an Personen, Dinge oder historische Ereignisse erinnern, sie sollen bilden und erziehen. Sie werden eingesetzt, um Politik zu machen. Ihr Auftritt geht mit konkreten Botschaften einher, sie machen Unsichtbares sichtbar. Denkmäler werden totgesagt, aber sie „leben“ weiter. Nirgendwo sonst in Österreich und auch kaum sonst wo in Europa findet sich ein ähnliches Ensemble von Denkmälern, Gedenksteinen und Gedenktafeln wie an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Diese sind Thema des Rundgangs.

 

Samstag, 19. Oktober 2019, 10:00 Uhr
Der Dichter und der Priester. Jean Cayrol und Johann Gruber im KZ-Gusen.

Referenten: Christoph Freudenthaler (Plattform Johann Gruber) und Christian Angerer (Germanist, Historiker, Netzwerkkoordinator für erinnern.at OÖ)
Treffpunkt: KZ-Gedenkstätte Gusen

Der französische Dichter und Widerstandskämpfer Jean Cayrol wurde 1943 ins KZ Gusen eingeliefert. Dort überlebte er, wie viele andere, dank der Hilfeleistung seines Mithäftlings Johann Gruber, eines streitbaren oberösterreichischen Priesters, der selbst im April 1944 ermordet wurde. Cayrol schrieb heimlich im Lager weiter. 1946 widmete er Johann Gruber, an den man sich in Österreich erst Jahrzehnte später wieder erinnern wollte, einen Gedichtband.

 
Stollensystem „Bergkristall“ – KZ Gusen II

Donnerstag, 2. Mai 2019, 12:00, 13:00, 15:00 Uhr

Freitag, 3. Mai 2019, 12:45, 13:30, 15:00 Uhr

Samstag, 4. Mai 2019, 08:45, 10:15, 11:00, 11:45 Uhr

 

Dauer der begleiteten Rundgänge: jeweils 2-3 Stunden

Begrenzte TeilnehmerInnenzahl je Rundgang: 30 Personen

Den Treffpunkt für den jeweiligen Rundgang erfahren Sie bei der Anmeldung.

Anmeldung unter E-Mail: education@mauthausen-memorial.org, Tel.: 07238/2269-10

Änderungen vorbehalten.

Für den Inhalt verantwortlich: KZ-Gedenkstätte Mauthausen, www.mauthausen-memorial.org