Abschied von Manuel Alfonso Ortells

28.11.2017

Aus Frankreich erreichte uns die traurige Nachricht, dass Manuel Alfonso Ortells im Alter von 99 Jahren verstorben ist.

Abschied von Manuel Alfonso Ortells
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

"Ich hatte mein ganzes Leben lang viel Glück, und ich hatte sehr viel Glück im Konzentrationslager."  (Manuel Alfonso Ortells)

Manuel Alfonso wurde am 20. September 1918 in der katalanischen Stadt L'Hospitalet de Llobregat geboren. Er studierte Zeichnung und Lithographie. Mit 17 Jahren kämpfte er auf Seiten der spanischen Republik gegen die Franco-Truppen. Nach der militärischen Niederlage floh Manuel Alfonso im Februar 1939 nach Frankreich. Dort verbrachte er mehrere Monate in den Flüchtlingslagern Vernet und Septfonds. Ende 1939 meldete er sich freiwillig zu einer Arbeitskompanie der französischen Armee. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht im Juni 1940 geriet Manuel Alfonso beim Versuch, die Grenze zur Schweiz zu erreichen, in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Er kam in ein Kriegsgefangenenlager in Straßburg und im Dezember 1940 in das Konzentrationslager Mauthausen. Die ersten Monate im Mauthausen waren laut eigenen Angaben die schlimmsten. Zunächst musste er schwere Arbeit im Straßenbau-Kommando leisten. Aufgrund seiner grafischen Fähigkeiten teilte man ihm im Mai 1941 jedoch dem sogenannten Baubüro zu. Dort war es seine Aufgabe, Pläne für den Lagerausbau zu kopieren. Er fand aber auch die Möglichkeit und die Mittel vor, heimlich Zeichnungen anzufertigen. Manche verschenkte er an Mithäftlinge, mit anderen verdiente er sich zusätzliche Essensrationen. Viele dieser Zeichnungen sind bis heute erhalten, einige davon auch in den Sammlungen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

Am 5. Mai 1945 wurde Alfonso durch die US-Armee befreit. Da er wegen der Franco-Diktatur nicht nach Spanien zurückkehren konnte, baute er sich ein Leben in Frankreich auf.

Manuel Alfonso Ortells wurde geboren, um für die Freiheit zu kämpfen. Wir trauern um diesen mutigen und großartigen Menschen.