Forschungsstelle

Die Forschungsstelle der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist für die Durchführung, Koordination und Publikation von Forschungen zur Geschichte des KZ-Komplexes Mauthausen zuständig.

Seit den 1990er-Jahren hat sich die KZ-Gedenkstätte Mauthausen über die Tätigkeiten der Verwaltung hinaus zu einer Forschungseinrichtung entwickelt. Es wurden eigene Schriftenreihen konzipiert ("Mauthausen-Studien" und "Mauthausen-Erinnerungen") und erste Forschungsergebnisse publiziert, die auf von der Gedenkstätte finanzierten Projekten basierten. Direktes Resultat verstärkter Forschung seit dem Jahr 2000 sind auch die 2013 eröffneten Dauerausstellungen und die ausstellungsbegleitenden Kataloge, in die jahrelange Grundlagenforschung eingeflossen ist. Über die eigene Publikationstätigkeit hinaus konnte sich die KZ-Gedenkstätte Mauthausen zunehmend als Plattform und Schnittstelle für eine wachsende Zahl an KooperationspartnerInnen etablieren. In ihrem seit dem Jahr 2008 jährlich erscheinenden Jahrbuch veröffentlichen MitarbeiterInnen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen nicht nur eigene neueste Forschungsergebnisse, kommentieren historische Zeitdokumente und informieren über Aktivitäten und Veranstaltungen im vergangenen Jahr. Das Jahrbuch fungiert darüber hinaus seit Jahren erfolgreich auch als Forum und Publikationsorgan für Organisationen und Personen, die sich mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen als Erinnerungsort, Friedhof und Museum auseinandersetzen.

In ihren Forschungsprojekten strebt die KZ-Gedenkstätte Mauthausen an, eigene Forschungstätigkeiten sichtbar zu machen, Forschung anzuregen und KooperationspartnerInnen eine Plattform zur Publikation ihrer Forschungen zu bieten. Im Forschungsprojekt "Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager" samt zugehöriger Website ("Virtueller Raum der Namen") garantierte die Einbindung von über 250 AutorInnen etwa sowohl eine starke internationale Vernetzung als auch eine Verbindung von Forschung und Gedenken. Mit Projekten wie dem Gedenkbuch liegen sichtbare und national wie international anerkannte Publikationen und Publikationsreihen vor, die auch in Zukunft das Rückgrat der Publikationstätigkeit in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen bilden sollen und kontinuierliche redaktionelle Betreuung erfordern.

Die Forschungsstelle der KZ-Gedenkstätte Mauthausen setzt sich in Bezug auf ihre Forschungs- und Publikationstätigkeiten eine Synthese zwischen dem "Füllen von Forschungslücken" zur Geschichte des KZ-Komplexes Mauthausen und dem Erschließen neuer Forschungsfelder zum Ziel, die den Brückenschlag zwischen Vergangenheit und gegenwärtigen gesellschaftlichen Fragestellungen bezwecken. Dabei soll die stärkere Anregung, Koordination und Förderung von an Dritte vergebene Auftragsforschung mit einer erweiterten Kooperation im Rahmen von Drittmittelprojekten verbunden werden. Ziel der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist auch ein ausbalanciertes Verhältnis von Grundlagen- und projektbasierter Forschung: Die umfangreichere Publikationstätigkeit wird an ein Bekenntnis zu Grundlagenforschung rückgebunden, die beispielsweise bei der "Namentlichen Erfassung der Deportierten des KZ-Komplexes Mauthausen" geleistet wird. (Diese basiert auf der Digitalisierung und Erfassung der überlieferten Quellen und ist nicht unmittelbar an Veröffentlichungen gebunden, sondern erfüllt den Zweck der schnelleren Bearbeitungsmöglichkeit humanitärer Anfragen und der verbesserten Recherchemöglichkeit für Überlebende, Angehörige und WissenschaftlerInnen.)