Geschichte der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Der Denkmalpark an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, 2008 (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Ralf Lechner)Der Denkmalpark an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, 2008 (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Ralf Lechner)Die US-Armee nutzte das Lagerareal zunächst zur Versorgung der befreiten KZ-Häftlinge sowie als Gefängnis für SS-Angehörige. Nach Festlegung der Region als sowjetische Besatzungszone verwendete die Sowjetarmee das ehemalige KZ für einige Monate als Kaserne, danach stand es leer. Am 20. Juni 1947 übergab die sowjetische Besatzungsmacht das ehemalige KZ Mauthausen an die Republik Österreich mit der Auflage, eine würdige Gedenkstätte zu errichten.

Bei der offiziellen Eröffnung der Gedenkstätte waren weite Teile des ehemaligen Lagers nicht mehr vorhanden. Die US-Armee hatte Baracken des Sanitätslagers wegen drohender Seuchengefahr niedergebrannt. Anrainerinnen und Anrainer nutzen dann Überreste des Lagers als Baustoffe. Schließlich wurden im Zuge der Gestaltung der Gedenkstätte die meisten Häftlingsbaracken, die noch vorhandenen SS-Baracken und die Betriebseinrichtungen des Steinbruchs abgetragen. Dadurch sollten die Kosten für die Erhaltung der Gedenkstätte niedrig gehalten werden.

Feierliche Übergabe des ehemaligen KZ Mauthausen an die Republik Österreich durch die sowjetischen Besatzungsbehörden, 20. Juni 1947 (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlung BHÖ)Feierliche Übergabe des ehemaligen KZ Mauthausen an die Republik Österreich durch die sowjetischen Besatzungsbehörden, 20. Juni 1947 (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Sammlung BHÖ)Im Frühjahr 1949 eröffnete man die Gedenkstätte als „Öffentliches Denkmal Mauthausen“. Im Zuge der Umgestaltung wurden in der Wäschereibaracke eine Kapelle und ein säkularer Weiheraum eingerichtet. Auf dem Appellplatz, der als Ensemble erhalten wurde, stellte die Republik als zentrales Denkmal einen Sarkophag mit der Inschrift „Aus der Toten Geschick mögen die Lebenden lernen“ auf. Im Herbst 1949 enthüllte Frankreich das erste nationale Denkmal. In der Folge entstand im Bereich der ehemaligen SS-Baracken ein Denkmalpark, in dem zahlreiche Nationen und Opfergruppen weitere Mahnmäler errichteten.

In den 1960er Jahren erfuhr die Gedenkstätte weitere Umgestaltungen. Im Lager II und im Bereich der Baracken 16 bis 18 wurden Friedhöfe gestaltet. Die aus den „Camp Cemeteries“ in Mauthausen und Gusen sowie aus dem Marbacher Massengrab exhumierten KZ-Toten wurden dort beigesetzt. Später wurden Leichen aus Massengräbern in Gunskirchen im Bereich der Baracke 19 beerdigt. Auf den Friedhöfen in Mauthausen liegen mehr als 14.000 Opfer bestattet.

Seit 1970 wurde das ehemalige Reviergebäude als Museum genutzt. Hier war über mehrere Jahrzehnte eine vom ehemaligen Mauthausen-Häftling Hans Maršálek gestaltete Dauerausstellung über die Geschichte des KZ Mauthausen zu sehen. Damit wurde die Gedenkstätte zunehmend zu einem Ort der historisch-politischen Bildung. Die seit 1946 alljährlich im Mai stattfindenden Befreiungsfeiern fanden nun, über Opferverbände und Angehörige hinaus, auch mehr Beachtung durch Politik und Gesellschaft.

Mit dem 2003 errichteten Besucherzentrum wurde ein Grundstein für eine Neukonzeption der Gedenkstätte gelegt. 2013 wurden zuletzt zwei neue Dauerausstellungen sowie ein „Raum der Namen“ für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager realisiert.