Das KZ Gusen war als Zweiglager des KZ Mauthausen Stätte von massiver Zwangsarbeit und Vernichtung zehntausender Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus. Die Bedeutung des KZ Gusen in Zusammenhang mit dem KZ-System Mauthausen verschwand nach 1945 für Jahrzehnte fast völlig aus dem öffentlichen Gedächtnis. Ziel des Seminartages ist es, sich die Geschichte des Konzentrationslagers Gusen gemeinsam zu erarbeiten, historische Spuren vor Ort wahrzunehmen, eigenständige Zugänge zur Erinnerungskultur zu entwickeln und eine Reflexion über deren Bedeutung anzustoßen.
Häftlingslöffel und Tankanzeiger einer Me 262, Foto: KZ-Gedenkstätte Gusen
Der Seminartag an der KZ-Gedenkstätte Gusen richtet sich an Schüler*innen ab der 10. Schulstufe. Er verbindet einen begleiteten Rundgang über das historische Gelände mit einem vertiefenden, partizipativen Workshop.
Im Rahmen des Rundgangs setzen sich die Teilnehmer*innen mit der Geschichte des Lagerkomplexes Gusen, den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Häftlinge, mit der Befreiung des Lagers und den Nachwirkungen der NS-Zeit in den Nachkriegsjahrzehnten auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt ist hierbei das schwierige, konfliktreiche „Ringen um Erinnerung“ in Gusen.
Im Anschluss an den Rundgang wählen die Schüler*innen unter vertiefenden Workshops. Alle Formate knüpfen an die Eindrücke des Rundgangs an und fördern eigenständiges historisches Arbeiten, kreativen Ausdruck sowie kritische Reflexion.
Die Vermittlung erfolgt dialogisch und orientiert sich an Interessensschwerpunkten der Gruppe.
Workshop 1: Schreibwerkstatt
Foto: KZ-Gedenkstätte Gusen
Vertiefend beschäftigen sich die Schüler*innen nach dem begleiteten Rundgang mit historischen Objekten, wie z.B. einem Häftlingslöffel oder einem Gewehrrohling. Fragen, die dabei entstehen, werden kreativ gefasst und in Texten verarbeitet. Ausgehend von der eigenen Lebensrealität befragen die Schüler*innen sowohl die Geschichte als auch die Objekte. Sie spüren der Vergangenheit nach und ziehen Verbindungslinien zur Gegenwart. Zum Abschluss präsentieren sie ihre Texte in der Gruppe. Folgendes sollte die Gruppe mitbringen: Freude am kreativen Schreiben und am Ausprobieren unterschiedlicher Textformen.
Workshop 2: Videowerkstatt
Foto: KZ-Gedenkstätte GusenIn der Videowerkstatt können sich die Teilnehmenden in selbstständiger Kleingruppenarbeit kreativ ausprobieren und mit dem Format Kurzvideo experimentieren. Dabei reflektieren Schüler*innen die Erfahrungen des vorangegangenen Rundgangs sowie eigene Mediennutzung. Anschließend wählen sie eigenständig ein Thema, welches sie zu einem Kurzvideo verarbeiten. Teilnehmende lernen mit diesem Workshop das ihnen vertraute Format Kurzvideo von einer neuen Seite kennen und üben sich in der Wissensvermittlung. Folgendes sollte die Gruppe mitbringen: Fähigkeit des selbstständigen Arbeitens und eigene Handys mit Kamerafunktion.
Workshop 3: Forschungswerkstatt
In der Forschungswerkstatt recherchieren die Schüler*innen
Tankanzeiger einer Me 262, Foto: KZ-Gedenkstätte Guseneigenständig zu historischen Dokumenten und Objekten. Sowohl der Kontext der Dokumente/Objekte als auch die Geschichte der Personen, die in Zusammenhang mit ihnen stehen, werden erforscht. Die Teilnehmenden erwerben Kompetenzen, um selbständig in Bibliotheken, Archiven und Datenbanken zu recherchieren, Quellen zu interpretieren, die Forschungsergebnisse zu sichern und aufzubereiten. Folgendes sollte die Gruppe mitbringen: Freude daran, sich mit unterschiedlichen Medien zu beschäftigen und selbständig Antworten auf Fragen zu finden.
Mitzubringen sind: dem Wetter entsprechende Kleidung und ausreichend Verpflegung für den ganzen Tag
Maximale Gruppengröße: 13, max. 2 Gruppen pro Tag
Voranmeldung erforderlich unter:
Tel: +43 7238 2269-35 (Mo – Fr, 09:00 bis 12:00 Uhr)
E-Mail: education@mauthausen-memorial.org
Buchbar ab 5.10.2026; derzeit nur auf Deutsch buchbar