Mauthausen

Ausstellungseröffnung „Dinge erzählen. Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen“

23.04.2026

Rückblick

Ausstellungseröffnung „Dinge erzählen. Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen“
KZ-Gedenkstätte Mauthausen/ Markus Hechenberger

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Am 23. April 2026 wurde im ehem. Reviergebäude der KZ-Gedenkstätte Mauthausen die Ausstellung „Dinge erzählen. Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen“ eröffnet. Insgesamt nahmen knapp 70 Besucher*innen an der Veranstaltung teil.

Seit über zwei Jahrzehnten erforschen Archäolog*innen die materiellen Spuren des KZ Mauthausen und seiner Außenlager. Die Ausstellung macht diese Arbeit erstmals umfassend sichtbar und zeigt, welche Bedeutung archäologische Funde für das Verständnis des nationalsozialistischen Lagersystems haben. Objekte aus dem Lageralltag geben Einblicke in Lebensrealitäten, Überlebensstrategien und soziale Beziehungen der Häftlinge, ebenso wie in Strukturen von Gewalt und Zwangsarbeit. Gleichzeitig ermöglichen sie es, individuelle Geschichten sichtbar zu machen und den Menschen hinter den Spuren ihre Identität zurückzugeben. Die Eröffnung wurde von der Direktorin der KZ-Gedenkstätte, Barbara Glück, mit einleitenden Worten eröffnet. Im anschließenden Gespräch, moderiert von Laura Langeder (KZ-Gedenkstätte Mauthausen) diskutierten Prof.in Claudia Theune (Universität Wien), Prof.in Barbara Hausmair (Universität Innsbruck), Nathalie Soursos (KZ-Gedenkstätte Mauthausen) und Barbara Glück über zentrale Aspekte der Ausstellung sowie die Entwicklung des Projekts. Dabei wurde deutlich, wie sich die Fragestellungen seit den ersten Überlegungen im Jahr 2011 erweitert haben: Während zunächst das Sichtbarmachen der materiellen Überreste im Vordergrund stand, eröffnen diese heute neue Perspektiven auf das Lagersystem sowie auf individuelle und gesellschaftliche Zusammenhänge.

Die Ausstellung vereint Erkenntnisse aus rund 20 Jahren archäologischer Forschung und zeigt, wie sich aus ersten grundlegenden Fragen zahlreiche weiterführende Ansätze entwickelt haben. Sie macht deutlich, dass materielle Zeugnisse eine unverzichtbare Ergänzung zu schriftlichen Quellen und Zeitzeug*innenberichten darstellen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von the Zew.

Die Ausstellung lädt Besucher*innen bis Ende des Jahres 2026 dazu ein, sich den materiellen Spuren anzunähern und darüber neue Perspektiven auf das KZ-System Mauthausen-Gusen zu gewinnen.