Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen spricht sich gegen eine Angelobung von Grundwehrdienern an der Gedenkstätte aus

15.01.2020

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen spricht sich gegen eine Angelobung von Grundwehrdienern an der Gedenkstätte aus
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen begrüßt die aktuell formulierten Ausbildungsziele des Österreichischen Bundesheeres wie Hilfe für Schwächere, Verantwortung, Freiheit, Schutz der Demokratie und Eintreten für bedrohte Minderheiten. Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen würde im Rahmen ihrer Möglichkeiten solche Ausbildungsziele mit ihrem pädagogischen Know-how gerne unterstützen. Gemeinsam mit unserem wissenschaftlichen Beirat sprechen wir uns jedoch dagegen aus, dass die Gedenkstätte lediglich als symbolische Kulisse für eine Angelobungszeremonie benutzt werden soll. Dies würde auch der Bedeutung des Ortes unserer Ansicht nach nicht gerecht werden.

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist heute ein internationaler Gedenkort und bindet auf verschiedensten Ebenen internationale diplomatische Vertretungen und andere Interessensgruppen in die Weiterentwicklung des Ortes mit ein. Die internationale Bedeutung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen spricht unserer Ansicht nach dagegen, sie als Angelobungsort für das österreichische Bundesheer zu verwenden.

Am schwersten wiegt jedoch aber die Tatsache, dass die KZ-Gedenkstätte Mauthausen als Friedhof zu betrachten ist. Nicht nur liegen hier die sterblichen Überreste von weit über 10.000 Opfern des Lagers in mehreren Friedhöfen begraben, während der Lagerzeit wurde zudem die Asche aus den Krematorien am gesamten Lagergelände verstreut. Dieser Charakter als Friedhof widerspricht es unserer Ansicht nach, an diesem Ort eine militärische Zeremonie abzuhalten.