Direktorin Barbara Glück blickt auf das Gedenkjahr 2018 zurück

19.12.2018

Direktorin Barbara Glück blickt auf das Gedenkjahr 2018 zurück
(Fotocredit: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Fotogalerie (18)

  • Buchpräsentation Pavel Branko (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • Buchpräsentation Pavel Branko (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • Buchpräsentation Pavel Branko (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • Ausstellungseröffnung
  • Ausstellungseröffnung
  • Ausstellungseröffnung
  • Gedenkveranstaltung Parlament/Hofburg (Foto: Parlamentsdirektion/Topf)
  • Gedenkveranstaltung Parlament/Hofburg (Foto: Parlamentsdirektion/Topf)
  • Buchpräsentation Elmar Luchterhand (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • Buchpräsentation Elmar Luchterhand (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • Filmretrospektive (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
  • Filmretrospektive (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)
  • 10.Dialogforum Mauthausen (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • 10.Dialogforum Mauthausen (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net
  • Mauthausen Memorial Forschungspreis (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • Mauthausen Memorial Forschungspreis (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • OGM Studienpräsentation (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)
  • Buchpräsentation Bernhard Kathan (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen/markushechenberger.net)

Barbara Glück (Fotocredit: David Meran)Barbara Glück (Fotocredit: David Meran)

Liebe Besucherinnen und Besucher,

hinter uns liegt ein wahrlich erinnerungswürdiges Gedenkjahr 2018, das meinem Team und mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Leider fehlt mir hier der Platz, um alle Höhepunkte des Gedenkjahres 2018 ausführlich Revue passieren zu lassen. Dennoch möchte ich Sie auf einen Rückblick durch die wichtigsten Etappen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen in diesem Jahr einladen.

Ein ganz besonders bewegendes Projekt dieses Jahr war die Buchpräsentation von Pavel Brankos „Gegen den Strom“. Es ist beeindruckend, dass dieser Mann und sein lebenslanger, unermüdlicher Kampf gegen Faschismus und Unterdrückung alle Regime überdauert hat.

Ein Unternehmen, das sehr stolz auf seinen Beitrag zum Gedenkjahr 2018 sein kann, ist die ÖBB. Ausgerechnet in diesem Jubiläumsjahr konnte sie die vorbildhafte Aufarbeitung ihrer Firmengeschichte zwischen 1938 und 1945 mit der Ausstellung „Verdrängte Jahre“ an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen präsentieren.

Unser Highlight in diesem Gedenkjahr 2018 war die „Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus“ in der Wiener Hofburg und die anschließenden Befreiungsfeiern im ganzen Land. Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen hatte die Gelegenheit, ihre Arbeit ganz Österreich zu präsentieren und das starke Interesse an den Feierlichkeiten kann man als deutliches Zeichen dafür interpretieren, wie zentral die Gedenkkultur heute im kollektiven Bewusstsein der Republik verankert ist.  

Im Juni konnten wir einen weiteren Band unserer Mauthausen-Studien vorstellen. Die Sozialstudie „Einsame Wölfe und stabile Paare. Über das Verhalten und Sozialordnung in den Häftlingsgesellschaften nationalsozialistischer Konzentrationslager“ des amerikanischen Soziologen Elmer Luchterhand war die erste ihrer Art und ihre Erkenntnisse sind heute wie damals eine wichtige historische Quelle für die KZ-Forschung. Sie neu aufzubereiten war für uns essentiell.  

Den August und September an der Gedenkstätte haben wir mit der Filmretrospektive unter dem Titel „Der Weg in die Konzentrationslager - Menschenverachtung, Antisemitismus, Ausgrenzung und dem 10. Dialogforum zum Thema „Holocaust in Film und Neuen Medien“ gestaltet. Zwei zentrale Veranstaltungen, die für mich jedes Jahr Beweis dafür sind, dass die Gedenkkultur lebt und Frischluft atmet, dank einer aktiven jungen Generation von ForscherInnen und Interessierten.

Um diese junge Generation bei ihrer Arbeit zu unterstützen, haben wir heuer den Mauthausen-Memorial-Forschungspreis ins Leben gerufen. Ein Preis, der fortan alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der KZ-Forschung an junge ForscherInnen vergeben wird.

Ein weiteres wichtiges Projekt dieses Jahr war die Präsentation der OGM-Studie zur „Wirkung und Bekanntheit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen“, initiiert vom Zukunftsfonds der Republik Österreich. Auf das Ergebnis, dass 96 Prozent der ÖsterreicherInnen die KZ-Gedenkstätte Mauthausen kennen, dürfen wir durchaus stolz sein.

Gegen Jahresende konnten wir dann noch zwei weitere großartige Projekte abschließen, die Buchpräsentationen „Schluss mit Schuld“ von den beiden ORF-Journalistinnen Lisa Gadenstätter und Elisabeth Gollackner und den 12. Band unserer Mauthausen-Studien „… alles eine Fortsetzung von Dachau und Mauthausen?“ von Bernhard Kathan.

Und neben alledem haben wir – und hier gilt ein großer Dank meinem gesamten Team – unsere neuen Wiener Büroräumlichkeiten in der Argentinierstraße 13 bezogen. Dazu im Laufe des nächsten Jahres mehr.

Danken möchte ich an dieser Stelle auch Staatssekretärin Karoline Edtstadler, unserer lautesten Stimme in der Öffentlichkeit. Ihre Initiative, jeder Schülerin und jedem Schüler einmal in ihrem/seinem schulischen Leben die Möglichkeit zu geben, in Mauthausen gewesen zu sein, ist eine starke und wichtige Unterstützung für unsere Arbeit.

Bleibt mir noch, mich für Ihre Unterstützung und Ihr Interesse an unserer Arbeit zu bedanken und Ihnen, auch im Namen meines Teams, alles Gute für 2019 zu wünschen.

Mit herzlichen Grüßen

Barbara Glück
und das Team der KZ-Gedenkstätte Mauthausen