KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Jahresbericht 2019

08.09.2020

KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Jahresbericht 2019

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KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Jahresbericht 2019


Liebe Leserin, lieber Leser!

Mit unserem Jahresbericht 2019 informieren wie Sie anschaulich und kompakt über unser vergangenes Jahr, über unsere Arbeit, über unsere Publikationen und Entwicklungen. Ich wünsche Ihnen an dieser Stelle gleich einmal großes Interesse beim Lesen.

Knapp 290.000 Besucher*innen kamen 2019 an die Gedenkstätten in Mauthausen und Gusen - so viele wie nie zuvor. Das entspricht einer Steigerung im Vergleich zu 2018 um noch einmal fünf Prozent. Insgesamt duften wir 71.550 Schülerinnen und Schüler aus dem In- und Ausland betreuen und durch die Gedenkstätte begleiten, die laut einer Umfrage 96 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher kennen.

Diese eindrucksvollen Zahlen und auch dieses Vertrauen in unsere Arbeit an einem ehemaligen Verbrechensort der Nationalsozialisten sind für uns eine hohe Auszeichnung und ein großer Ansporn, den eingeschlagenen Weg einer lebendigen und in die Zukunft gerichteten Erinnerungskultur fortzusetzen.

In diesem Sinn ist uns auch das Thema „Digitalisierung“ an der Gedenkstätte ein großes Anliegen: Ein zentrales Element des Ausstellungsbereichs der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist der „Raum der Namen“. Dieser wurde 2013 als Gedenkraum eingerichtet. Dort sind die Namen von rund 81.000 Toten auf horizontal liegenden Glasplatten dargestellt. Da sie aus konzeptionellen Gründen in zufälliger Ordnung gereiht sind, konnte bisher nur in den ebenfalls im Raum aufliegenden Gedenkbüchern systematisch nach individuellen Namen gesucht werden. 2019 wurde für Besucher*innen die Möglichkeit geschaffen, Namen auch im Raum selbst aufzufinden. Zu diesem Zweck wurde ein Touch-Screen installiert, über welchen auf die Website „Virtueller Raum der Namen“ zugegriffen werden kann. Eine 3D-Animation macht es möglich, den gesuchten Namen im Raum zu verorten. Die Website wird von Personen aus der ganzen Welt laufend um neue Informationen und Erinnerungstexte ergänzt. Sie bietet damit eine Möglichkeit des Gedenkens im virtuellen Raum.

An der Gedenkstätte und in unserer Denkstätte in Wien gab es eine Vielzahl an Veranstaltungen: Der Austausch und die gemeinsame Reflexion über Vergangenes und Gegenwärtiges haben meinem Team und mir stets großen Mehrwert gebracht. So hat der Historiker Christian Rabl sein Buch „Mauthausen vor Gericht“ präsentiert. Der Fotokünstler Mario Zink hat sich über seine speziell bearbeiteten Fotos mit Mauthausen und seiner Geschichte auseinandergesetzt. Sehr berührend war auch die Präsentation der Lebenserinnerungen von Clare Parker, die unter dem Titel „Klaras Geschichte“ in unserer Schriftenreihe publiziert wurden. Fixpunkte in unserem Kalender waren wie jedes Jahr die Filmretrospektive und das Dialogforum – 2019 ergänzt um die Dekretverleihung an 26 neue Vermittler*innen, die nach ihrer Ausbildung nun unser Team verstärken.

Die Weiterentwicklung unserer pädagogischen Angebote, das Thema Digitalisierung und der fortlaufende Gedankenaustausch mit unserer großen Mauthausen MemorialCommunity, mit Überlebenden und deren Nachfahren, Entscheidungsträger*innen, Wissenschaftler*innen, lokal Engagierten und allen Interessierten – all das sind Themen, die uns auch in der kommenden Zeit intensiv beschäftigen werden. Begleiten Sie uns gerne ein Stück auf diesem Weg.

Ihre Barbara Glück
Direktorin KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Mauthausen Memorial