Nachruf auf Adolf Burger

12.12.2016

„Ich war ein gewöhnlicher Buchdrucker, aber man hat einen Fälscher aus mir gemacht, als ich das Tor des KZ Sachsenhausen durchschritt“. (Adolf Burger)

Nachruf auf Adolf Burger
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Stephan Matyus)

Aus Prag erreichte uns die traurige Nachricht, dass Adolf Burger, einer der letzten Überlebenden der KZs Auschwitz, Sachsenhausen, Mauthausen und Ebensee, am 6. Dezember 2016 im Alter von 99 Jahren verstorben ist.

Im August 1942 wurden Adolf Burger und seine Frau von der slowakischen Gestapo in Bratislava verhaftet. Adolf Burger wurde in das KZ Auschwitz verschleppt, seine Frau Gisela wurde im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Als gelernter Buchdrucker und Setzer wurde Adolf Burger auf Befehl des Sicherheitsdienstes der SS in die Fälscherwerkstatt des KZ Sachsenhausen bei Berlin kommandiert. Die Nationalsozialisten zwangen dort rund 140 jüdische KZ-Häftlinge millionenfach Pfund- und US-Dollar-Scheine zu fälschen. Vor den herannahenden Alliierten wurde die Fälscherwerkstatt zu Kriegsende zuerst nach Mauthausen und dann in das KZ Ebensee, ein Außenlager von Mauthausen,  verlagert. Dort wurde Burger am 6. Mai 1945 durch Soldaten der US-Armee befreit.

Adolf Burger arbeitete nach dem Krieg wieder als Drucker in Prag. Neben seinem Beruf, widmete er sein Leben der Aufklärung über die Schrecken des Holocausts, besuchte tausende Schulklassen und war Präsidiumsmitglied des Internationalen Sachsenhausen-Komitees. Über die augenscheinlich größte Geldfälschungsaktion der Geschichte schrieb Burger später das Buch „Des Teufels Werkstatt“. Seine Erinnerungen dienten als Vorlage für den Oscar-preisgekrönten Film „Die Fälscher“.

Wir trauern um Adolf Burger.