Präsentation des „Gedenkbuchs für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager“

15.05.2016

Am 15. Mai präsentierte die KZ-Gedenkstätte Mauthausen eines ihrer größten und wichtigsten Forschungsprojekte: das Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager. Das Gedenkbuch wurde sowohl als Website, als auch als dreibändige Edition veröffentlicht.

Präsentation des „Gedenkbuchs für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager“
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen / Stephan Matyus)

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  • Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager (Foto: Stephan Matyus)
  • Ehrengäste bei der Buchpräsentation (Foto: Stephan Matyus)
  • Wojciech Topolewski (Foto: Stephan Matyus)
  • Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka, DDr. Barbara Glück, Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Margit Fischer, MMag. Andreas Kranebitter (Foto: Stephan Matyus)

Am 15. Mai präsentierte die KZ-Gedenkstätte Mauthausen eines ihrer größten und wichtigsten Forschungsprojekte: das „Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager“. Das Gedenkbuch wurde sowohl als Website, als auch als dreibändige Edition veröffentlicht und für die KZ-Gedenkstätte Mauthausen vom Verein für Gedenken und Geschichtsforschung in österreichischen KZ-Gedenkstätten und Andreas Kranebitter herausgegeben.

Buchpräsentation

„Tröstet euch, ihr lieben. Euer Andenken ist unvergesslich“ mit diesem Zitat des Überlebenden Camille Scholtes eröffnete Andreas Kranebitter, wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und federführender Leiter des Projektes „Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager“ seine Rede, bei der Buchpräsentation am, 15. Mai 2016 im Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

Am Rande der Befreiungsfeier wurde am Sonntag auch ein Gedenkbuch für die Opfer veröffentlicht. Die dreibändige Edition ist das Ergebnis eines der umfangreichsten Forschungsprojekte, das die KZ-Gedenkstätte Mauthausen bisher umgesetzt hat. Die Publikation beinhaltet Namen und Lebensdaten von 84.270 Menschen, die im KZ Mauthausen oder seinen Außenlagern ermordet wurden. An diesem Werk arbeiteten 271 AutorInnen und ForscherInnen – darunter Überlebende und Überlebendenorganisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Archive, sowie Angehörige der Opfer ebenso wie zahlreiche Botschaften ihrer Herkunftsländer, mehr als zehn Jahre lang. Mit dem „Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager“ will die KZ-Gedenkstätte Mauthausen den Toten ein Denkmal setzen.

An der Veranstaltung nahmen rund 300 Menschen teil, darunter Bundespräsident Dr. Heinz Fischer mit Ehefrau Margit Fischer, zahlreiche VertreterInnen der österreichischen Bundesregierung, wie Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka, Bundesminister Dr. Wolfgang Brandstetter, VertreterInnen der Oberösterreichischen Landesregierung, internationale diplomatische VertreterInnen, KooperationspartnerInnen sowie KZ-Überlebende und Zeitzeugen, darunter Jehuda Bacon, Yitzhak Livnat, Bernard Maingot, Henri Maître, Andrew Sternberg und Wojciech Topolewski. Stellvertretend für die vielen AutorInnen, die zur Buchpräsentation gekommen waren, lasen der Journalist Arjeh Kalmann, der Zeitzeuge Wojziech Topolewski und der Schriftsteller Erich Hackl drei Lebensgeschichten von Verstorbenen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Josef Blank von der Anton Bruckner Universität Linz, der u.a mit seinem Arrangement des Gusen-Marsch von Konstanty Ćwierk/Gracjan „Jasio“ Guziński auch musikalisch inhaltliche Bezüge zum Gedenkbuch herstellte.

Der Zeitzeuge und KZ-Überlebende Henri Maître betonte in seiner Schlussrede die Wichtigkeit, Zeichen gegen das Vergessen zu setzen, und rief mit bewegenden Worten dazu auf, entschlossen gegen totalitäre Herrschaftsstrukturen aufzutreten „damit endlich die Liebe weltweit regiert, denn die Liebe ist unsterblich und unvernichtbar.“

Lesung österreichischer SchriftstellerInnen

Am 8. Juni 2016 wurden über 30 biografische Texte aus dem Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager von zahlreichen österreichischen SchriftstellerInnen öffentlich gelesen. Die Lesung wurde von Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren), einem der Ko-Autoren des Gedenkbuchs, für die Plattform „Stimmen gegen Rechts“ organsiert und moderiert und kann hier nachgehört werden.

Eine weitere von der IG Autorinnen Autoren organisierte Lesung fand auf der Frankfurter Buchmesse 2016 statt, bei der auch der Herausgeber des Gedenkbuchs Andreas Kranebitter zu Wort kam. Die Lesung und das Interview zum Nachhören finden Sie hier.