Karlo Ruzicic-Kessler: Schweizer*innen im KZ Mauthausen. Die schweizerische Vertretung in Wien und der Umgang mit der Verfolgung von Schweizer*innen durch das NS-Regime 1938–1945
05.11.2026, 18:30 Uhr
Evening Lecture
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das NS-Reich im März 1938 entlud sich auf österreichischem Territorium die NS-Gewalt im Zeitraffer. Unter den Opfern der NS-Verfolgung befanden sich auch Hunderte Schweizer*innen. Die Aufgaben im Interesse der schweizerischen Bevölkerung zwischen 1938 und 1945 rückten somit in den Fokus der Schweizer Behörden vor Ort und stellten einen der schwierigsten Aufgabenbereiche in Wien dar. Schweizer*innen wurden Opfer „rassischer“ Verfolgung und „Arisierung“ und gerieten aufgrund einer Vielzahl von vermeintlichen oder tatsächlichen Vergehen in die Fänge des NS-Polizei und Justizapparates. Etliche Schweizer*innen wurden zudem aus den von Deutschland besetzten Gebieten Europas in das KZ Mauthausen deportiert.
Der Vortrag untersucht die Tätigkeit der schweizerischen Vertretung in Wien zwischen 1938 und 1945 und geht den Fragen nach, wie sie auf Verfolgungsfälle reagierte, welche Unterschiede in der Behandlung unterschiedlicher Opferkategorien auszumachen sind, wie sich die Kommunikation zwischen Wien, Berlin und Bern im Untersuchungszeitraum gestaltete sowie welchen Einfluss die Situation von Verfolgten und deren persönliche Beziehungen zu Behördenvertretern hatten.
Wann: Donnerstag, 05.11.2026, 18:30 Uhr
Wo: Wiener Standort der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Argentinierstraße 13, 1040 Wien