Integrativer Gastronomiebetrieb an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen nach Umbauarbeiten neu eröffnet

05.04.2017

Seit 1. März 2016 sorgen vier Menschen mit Behinderung - unterstützt von professionellen Gastronomiefachkräften des Diakoniewerks - im „Bistro Mauthausen Memorial“ für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Nach umfangreichen Umbauarbeiten, ermöglicht durch die Burghauptmannschaft Österreich, wurde dieser integrative Gastronomiebetrieb am 5. April 2017 von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer neu eröffnet.

Integrativer Gastronomiebetrieb an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen nach Umbauarbeiten neu eröffnet
v.l.n.r. vorne: Bistro-Team des Diakoniewerks v.l.n.r. hinten: HR Mag. Reinhold Sahl/Burghauptmannschaft, Mag. Josef Scharinger/Vorstand Diakoniewerk, LH Dr. Josef Pühringer, Mag. Gerhard Breitenberger/Geschäftsführung Diakoniewerk OÖ., DDr.in Barbara Glück / Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (Foto: Diakoniewerk)

Für Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer ist das "Bistro Mauthausen Memorial" ein spezieller Ort der Begegnung und Entfaltung und vor allem ein klares Zeichen für mehr Toleranz, Inklusion und Chancengleichheit. Schon im November 2016 würdigte er das Projekt mit dem OÖ. Menschenrechtspreis.

Es sei aber auch ein politisches Statement, wie Pühringer betonte, da es nie mehr wieder so weit kommen darf, dass zwischen würdigem und unwürdigem Leben unterschieden wird.

Vier Menschen mit Behinderung bringen im Gastronomiebetrieb der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ihre individuellen Fähigkeiten ein und sammeln wertvolle Erfahrungen im Arbeitsleben und im sozialen Umfeld. Sie bereiten Speisen in der Küche zu, sind im Service tätig und befüllen die Getränkeautomaten in der gesamten Gedenkstätte. Zu Spitzenzeiten versorgen sie bis zu 500 Gäste pro Tag.

„Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist heute mehr als ein Gedenk- und Lernort, sie ist ein Ort der Begegnung und des Miteinanders, an dem Menschenrechtsbildung gelebt und aktiv gefördert wird. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die tägliche Arbeit meines Teams und die Arbeit des Teams des ‚Bistro Mauthausen Memorial‘. Sie leben den internationalen Besucherinnen und Besuchern der KZ-Gedenkstätte Mauthausen jeden Tag aufs Neue vor, wie wichtig Werte wie Offenheit, Respekt und Akzeptanz sind“, erklärt DDr.in Barbara Glück, Direktorin der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

„Für uns und auch die Menschen, die im Bistro arbeiten, ist es ein Arbeitsplatz wie jeder andere auch. Es geht darum, Normalität zu leben und die Anforderungen, die ein Gastronomiebetrieb stellt, in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen professionell zu erfüllen“, betont Mag. Gerhard Breitenberger, Geschäftsführung Diakoniewerk Oberösterreich.

Für Mag. Josef Scharinger, Vorstand des Diakoniewerks, ist die Umsetzung dieses Modelles an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ein Meilenstein auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft: „Das Bistro-Team setzt ein notwendiges Zeichen für eine Gesellschaft, in der Solidarität und gleichberechtigte Begegnung im Vordergrund stehen sollen anstatt Ausgrenzung. Ein achtsamer Umgang miteinander ist heute mehr denn je gefragt.“