Mauthausen

Evening Lecture mit Claudia Theune „Dinge erzählen. Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen“

18.06.2026

Rückblick

Evening Lecture mit Claudia Theune „Dinge erzählen. Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen“
KZ-Gedenkstätte Mauthausen/ Mona Erhart
Am 18.06.2026 fand eine Evening Lecture zum Thema der aktuellen Wechselausstellung „Dinge erzählen. Archäologie des KZ-Systems Mauthausen-Gusen“ statt. Rund 30 Besucher*innen nahmen an der Veranstaltung am Wiener Standort der KZ-Gedenkstätte teil. Darüber hinaus wurde die Veranstaltung online live gestreamt und konnte so auch von einem digitalen Publikum verfolgt werden.
Im Gespräch mit einer der beiden Kuratorinnen der Ausstellung, Nathalie Soursos, erläuterte die wissenschaftliche Leiterin der Ausstellung, Claudia Theune, die Bedeutung archäologischer Forschung für die Aufarbeitung und Vermittlung der Geschichte des KZ-Systems Mauthausen-Gusen. Sie betonte, dass materielle Zeugnisse eine wichtige Ergänzung zu schriftlichen Quellen, Fotografien und Zeitzeug*innenberichten darstellen. Anhand von Gegenständen aus dem Lageralltag zeigte sie, wie Geschichte auf unmittelbare Weise über Dinge erfahrbar wird. Dabei hob sie hervor: „Gegenstände aller Art sind ein wesentlicher Bestandteil allen menschlichen Lebens. Manche sind überlebensnotwendig, andere Teil unserer Identität.“
Seit 2002 untersuchen Archäolog*innen die materiellen Hinterlassenschaften des KZ-Systems Mauthausen-Gusen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, wie vielfältig die Erkenntnisse sind, die durch Ausgrabungen sowie die Analyse von Objekten, Gebäuden und Landschaften gewonnen werden können. Die Funde geben Einblicke in den Alltag der Häftlinge, die Strukturen von Zwangsarbeit und Gewalt sowie in das Handeln der Täter*innen. Gleichzeitig machen sie Spuren der Nachnutzung, des Vergessens und der Erinnerung nach 1945 sichtbar.
Die Evening Lecture bot einen fundierten Einblick in die archäologische Forschung zum KZ-System Mauthausen-Gusen und verdeutlichte die Bedeutung materieller Zeugnisse für die historische Aufarbeitung und das kollektive Erinnern.