KZ-Gedenkstätte Mauthausen fordert Entfernung des Geländes der KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen aus dem Smartphone-Spiel „Pokémon Go“

18.07.2016

KZ-Gedenkstätte Mauthausen fordert Entfernung des Geländes der KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen aus dem Smartphone-Spiel „Pokémon Go“
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

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Wie das Gelände der KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Auschwitz-Birkenau ist auch jenes der KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen ein Schauplatz im Smartphone-Spiel „Pokémon Go“. Die Leitung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zeigt sich empört darüber, dass Orte des Leidens und des Todes von tausenden Menschen während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft als Schauplätze für Onlinespiele genützt werden: „Für uns ist es inakzeptabel, dass unsere und andere internationale Gedenkstätten als Spielumfelder für Onlinespiele benützt werden.“

Zur Wahrung der Würde der Opfer appelliert die KZ-Gedenkstätte Mauthausen an den japanischen Spielehersteller Nintendo und die verantwortliche Entwicklerfirma Niantic Labs, das Areal der ehemaligen Konzentrationslager aus dem Spiel „Pokémon Go“ zu entfernen.

Die Besucher der Gedenkstätten werden gebeten, bei ihrem Besuch von der Benützung des Spieles abzusehen und sich aus Respekt gegenüber den Verstorbenen und deren Angehörigen den Orten, die zugleich Friedhöfe der Opfer sind, angemessen zu verhalten.

Bereits im Vorjahr hatte Niantic Labs mit dem ortbasierenden Spiel „Ingress“ für Aufregung gesorgt, als es unter anderem auch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen als Spielumgebung für sein Strategiespiel benutzt hatte. Um solche Vorkommnisse zukünftig zu vermeiden, appelliert die KZ-Gedenkstätte Mauthausen an das Pietätsgefühl der Entwickler und plädiert dafür, dass diese zukünftig einen sensibleren Umgang mit der Geschichte von Gedenkorten pflegen sollen.