Kooperation mit der Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" zur Erschließung des Nachlasses von Stanisław Dobosiewicz

02.10.2017

Die Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Ralf Lechner und Robert Vorberg besuchten die Stiftung "Polnisch-Deutsche Aussöhnung" ("Fundacja Polsko-Niemieckie Pojednanie") in Warschau. Gegenstand des Treffens war eine Kooperation zur Digitalisierung und Erschließung des Nachlasses von Stanisław Dobosiewicz.

Kooperation mit der Stiftung
Ralf Lechner, Robert Vorberg und Stiftungsmitarbeiter Jakub Deka bei der Sichtung des Nachlasses (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

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  • Treffen mit VertreterInnen polnischer Überlebendenorganisationen bei der Stiftung

Der Gymnasialprofessor Stanisław Dobosiewicz wurde 1940 im Zuge der sogenannten Intelligenzaktion, die die Ermordung der polnischen Intelligenz zum Ziel hatte, in das KZ Gusen verschleppt, in dem er fünf Jahre seines Lebens verbringen musste. Nach der Befreiung kehrte er nach Polen zurück, wo er unter anderem als Schulreformer aktiv war. Daneben war er in der Überlebendenvereinigung Mauthausen-Gusen Klub in Warschau aktiv und legte eine umfangreiche Dokumentation zur Geschichte des KZ Gusen an. Unzählige Berichte von und Korrespondenzen mit ehemaligen Mitgefangenen waren die Grundlage für mehrere Publikationen. Sein Buch "Mauthausen-Gusen: obóz zagłady" erschien unter dem Titel "Vernichtungslager Gusen" als Band 5 der Schriftenreihe der KZ-Gedenkstätte Mauthausen.

In einem internationalen Kooperationsprojekt, an dem sich auch das United States Holocaust Memorial Museum und das Muzeum Stutthof beteiligen, soll nun der Nachlass von Dobosiewicz digitalisiert und inhaltlich erschlossen werden. Der Bestand soll dann über eine Online-Datenbank zugänglich gemacht werden.

Im Anschluss an die Besprechung wurde das Projekt VertreterInnen polnischer Überlebendenorganisationen, darunter die ehemaligen KZ-Häftlinge Wojciech Topolewski und Stanisław Zalewski sowie der polnische Delegierte des Comité International de Mauthausen Jacek Tarasiewicz, vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch aufgerufen, Dokumente, die bislang nicht an öffentliche Archive übergeben wurden, für das Projekt zur Verfügung zu stellen.

Ralf Lechner und Robert Vorberg für die KZ-Gedenkstätte Mauthausen