Rückblick auf die Gedenk- und Befreiungsfeiern 2016

15.05.2016

Rückblick auf die Gedenk- und Befreiungsfeiern 2016
Überlebende bei der Gedenkfeier (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

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  • VermittlerInnen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (Foto: Ulrike Springer)

Das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und somit auch die Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager jährte sich dieses Jahr zum 71. Mal.

Das Team der KZ-Gedenkstätte Mauthausen nahm die Internationale Befreiungsfeier zum Anlass, das „Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager“ zu präsentieren. Es ist das umfangreichste Forschungsprojekt, das die KZ-Gedenkstätte Mauthausen bisher umgesetzt hat, an dem 250 AutorInnen mehr als zehn Jahre lang gearbeitet haben.

Dankbar blicken wir auf das Wochenende zurück, das uns die Gelegenheit bot, bestehende Freundschaften zu Überlebenden zu pflegen und neue zu knüpfen.

Mauthausen

In der KZ-Gedenkstätte Mauthausen wurde am Sonntag, den 15. Mai 2016 der Befreiung des Konzentrationslagers und seiner 49 Außenlager zu Kriegsende gedacht. Zentrales Thema der europaweit größten internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier war heuer „Internationale Solidarität“ und lief erstmals im Rahmen einer neu gestalteten Zeremonie ab. Mehr als 6000 Menschen, darunter auch KZ-Überlebende und ihre Angehörige, die aus aller Welt angereist waren, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken und durch ihre Anwesenheit ein starkes Signal gegen das Vergessen zu setzen, nahmen an der Feier teil. Am Ende des Festaktes wurde der gemeinsame Auszug aller TeilnehmerInnen aus dem ehemaligen „Schutzhaftlager“ von KZ-Überlebenden angeführt – als symbolischer Akt für die Befreiung.

Das offizielle Österreich wurde durch Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka sowie weitere hochrangige Vertreter der Bundesregierung repräsentiert.

Die Gedenk- und Befreiungsfeiern werden jedes Jahr vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM) durchgeführt und von Bundesministerium für Inneres finanziell unterstützt.

Gedenkminute Figl-Denkmal

Anlässlich der internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier wurde auch eine Gedenkminute beim Ehrenmal von Dipl-Ing. Dr. Leopold Figl abgehalten. Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka sprach die Gedenkworte. Anschließend wurden Kränze niedergelegt.

Die Gedenkskulptur war am 2. Oktober 2012 anlässlich des 110. Geburtstags des ehemaligen ersten Bundeskanzlers, Außenministers und Landeshauptmanns Leopold Figl an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen enthüllt worden. Leopold Figl war zur Zeit des Nationalsozialismus fast sechs Jahre lang in Konzentrationslagern inhaftiert, auch im Lagerarrest des Konzentrationslagers Mauthausen.

Weitere Gedenkveranstaltungen 2016

Gedenkfeier an der KZ-Gedenkstätte Gusen

Die Gedenkfeier an der KZ-Gedenkstätte Gusen fand am Samstag, den 14. Mai 2016 statt. Das Motto der diesjährigen Feier lautete "Internationale Solidarität". Es versammelten sich rund 800 Menschen aus der ganzen Welt. Unter den BesucherInnen waren auch Überlebende die trotz hohen Alters die Strapazen auf sich genommen haben um an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können.

Musikalisch umrahmt wurde die Zeremonie von der Schulband der Sonderpädagogischen Einrichtung aus Langenstein. Festredner der Veranstaltung war der Generalsekretär von Amnesty International Österreich, Mag. Heinz Patzelt, der sehr klare Worte zur aktuellen Situation in Europa fand. Auch allen anderen RednerInnen war dies ein besonderes Anliegen.

Jacek Tarasiewicz, Präsident des Klubs Mauthausen-Gusen aus Polen äußerte sich in seiner Rede zu der aktuellen Flüchtlingssituation in Europa: „Vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in der Welt und besonders in Europa, kommt unseren Begegnungen an den Orten der ehemaligen Konzentrationslager ein besonderes Gewicht zu und sie senden eine besondere Botschaft. Denn wir, die an diesem Ort Versammelten, wissen am besten, womit alle Kriege enden, ungeachtet ihrer Anfänge“.

Im Rahmen der Gedenkfeier wurde auch die Enthüllung einer Gedenktafel zu Ehren der Opfer aus Ungarn vorgenommen. Der Auftrag der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist nicht nur in Mauthausen sondern auch in den Außenlagern ein würdevolles Gedenken an die Verfolgten des Nationalsozialismus zu bewahren. In diesem Sinn ist es wichtig, dass nun auch der ungarischen Opfer in Gusen gedacht wird.

Begleitete Rundgänge für BesucherInnen der Befreiungsfeier am 15. Mai 2016

Für BesucherInnen der Befreiungsfeier standen am 15. Mai 2016 VermittlerInnen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen für begleitete Rundgänge zur Verfügung. Wir sind stolz darauf, dass wir mittlerweile Gruppen in mehr als zehn verschiedenen Sprachen begleiten können und freuen uns, über die vielen internationalen BesucherInnen, die diese Leistungen gerne in Anspruch nehmen und mit uns ins Gespräch kommen.