Urnenbeisetzung am Friedhof der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

13.05.2016

Am 13. Mai 2016 fand an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, im ehemaligen Quarantänehof, der heute einen Friedhof beherbergt, die Beisetzung sterblicher Überreste von KZ-Opfern statt.

Urnenbeisetzung am Friedhof der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Barbara Glück, Guy Dockendorf und Hannah Lessing bei der Beisetzung der Urnen (Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Im Rahmen einer Zeremonie wurden drei Urnen beigesetzt. Es handelt sich dabei um eine Aschenurne aus dem KZ-Mauthausen, welche lange Zeit Teil der Österreich-Ausstellung an der Gedenkstätte Auschwitz war. Weiters um eine Urne mit sterblichen Überresten von KZ-Opfern, welche bei archäologischen Untersuchungen am Areal der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gefunden wurden, sowie eine Aschenurne, die im Depot der Gedenkstätte verwahrt war. Trotz intensiver Recherchen war es nicht möglich, über das Leben und die Herkunft der Menschen, deren sterblichen Überreste beigesetzt wurden, etwas in Erfahrung zu bringen.  Aus diesem Grund fand die Beisetzung unter Bedachtnahme auf die unterschiedlichsten Lebenshintergründe der Opfer in aller Stille statt.

An der Zeremonie nahmen VertreterInnen des Comitée International de Mauthausen mit Präsidenten Guy Dockendorf und Generalsekretär Andreas Baumgartner teil, die Generalsekretärin des Nationalfonds Hannah Lessing, deren Großmutter Margit Lessing in Auschwitz ermordet wurde und sie daher einen ganz persönlichen Bezug zur beigesetzten Urne mitbringt, mit Herta Neiss, Vorstandsmitglied der Österreichischen Lagergemeinschaft Auschwitz, Überlebende, zahlreiche VertreterInnen von Opferverbänden, Glaubensgemeinschaften, Kulturvereinen, sowie MitarbeiterInnen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Mit Blumen, Kerzen und Steinen hinterließen die TeilnehmerInnen am Grab jenes Gedenkzeichen, das ihnen angemessen erschien. Eine Gedenktafel, die im Rahmen der Zeremonie enthüllt wurde, weist den Friedhof, der Ende der 1950er am ehemaligen Areal des Konzentrationslagers eingerichtet worden war, als Ort aus, der bis heute Bestattungen dient. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie vom Klarinettisten Gerald Kraxberger von der Bruckner-Universität Linz.

Gedankt sei allen, die bei den intensiven Vorbereitungen zur Beisetzung der Urnen beratend zur Seite standen, insbesondere Dr.in Irmgard Aschbauer (Mauthausen Komitee Österreich) und Mag. Andreas Baumgartner (Generalsekretär CIM).