Abschied von Stanley Bernath

04.04.2019

Am 26. März 2019 kurz vor seinem 93. Geburtstag verstarb der Holocaust-Überlebende der Lager Auschwitz und Mauthausen Stanley Bernath im Kreis seiner Familie in Ohio, USA.

Abschied von Stanley Bernath
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Stanley (Zoltan) Bernath wurde 1926 in der Kleinstadt Nagy Karoly in Rumänien geboren, die während des Zweiten Weltkriegs an Ungarn fiel. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurde Stanley Bernaths Familie verfolgt. 1944 wurden er, seine Mutter und die Familie seines Bruders aus ihren Häusern getrieben und in Viehwaggons in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Man trennte Stanley Bernath nach der Ankunft von seiner Familie, die er nicht wiedersehen sollte. Nach wenigen Wochen wurde Stanley Bernath im Juni 1944 in das KZ Mauthausen deportiert. Er musste im Außenlager Melk im „Kommando Quarz“ Zwangsarbeit leisten und wurde in Ebensee am 6. Mai 1945 durch amerikanische Truppen befreit.

2018 besuchte Stanley Bernath mit seinen beiden Töchtern Lisa und Vera zum ersten Mal seit seiner Befreiung die Orte seiner Deportation und trat bei der 73. Befreiungsfeier in Ebensee als Festredner auf. Stanley Bernath sprach seit vielen Jahrzehnten an Schulen und anderen öffentlichen Orten über die furchtbaren Erlebnisse seine Deportation; er war sich der Wirkung und Bedeutung seiner Zeitzeugenberichte bei Jugendlichen bewusst. Dem Gedenkbüro des Mauthausen Memorials gab er 2018 im Rahmen der Befreiungsfeiern in Ebensee, Mauthausen und Melk ein Video-Interview. Wir durften ihn als starke und bemerkenswerte Persönlichkeit kennenlernen, die in klaren Worten schilderte, unter welchen unglaublichen Bedingungen sich sein Überleben vollzog. Seine Schilderungen hinterlassen einen tiefen Eindruck.

Wir trauern um Stanley Bernath.