Gedenken an 75 Jahre "Mühlviertler Hasenjagd"

04.02.2020

Vertreter der russischen Botschaft, vom russischen Kulturinstitut, der Alexander-Pechersky-Stiftung, des Staates Israel und der KZ-Gedenkstätte Mauthausen erinnerten am Areal des "Block 20" an die "Mühlviertler Hasenjagd".

Gedenken an 75 Jahre
(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Für die Gedenk-Redner war die Flucht von rund 500 Offizieren der Roten Armee ein Akt des Mutes und des Widerstands gegen ein mörderisches Regime. Mutig handelten auch einige wenige Ortsansässige, darunter die Familie Langthaler, die damals zwei geflohene Häftlinge bei sich aufgenommen und bis Kriegsende im Mai versteckt hat.
"Das Beispiel dieser Familie zeigt uns, dass auch in dunklen Zeiten und unter Lebensgefahr die Menschlichkeit nicht verloren gehen darf", sagte Gudrun Blohberger, pädagogische Leiterin an der Gedenkstätte.

"Es war Hilfe auf den erste Blick. Der Augenkontakt zwischen der Bäuerin Maria Langthaler und dem geflohenen Offizier Michail Rybcinskij war entscheidend. Für Frau Langthaler gab es nur eines: Helfen in der größten Not", berichtete der Filmemacher Andreas Gruber. Heute vor 25 Jahren wurde sein Werk "Mühlviertler Hasenjagd - vor lauter Feigheit gab es kein Erbarmen" zum ersten Mal gezeigt. Der Film zeichnet die Beteiligung der örtlichen Bevölkerung an der Menschenhatz und das menschliche Handeln der Familie Langthaler minutiös nach. Den Film von Andreas Gruber finden sie hier.