Mauthausen-Studien 2: Paul Le Caër

Als zweiter Band erschien in der Schriftenreihe "Mauthausen-Studien" das Buch "Ein junger Europäer in Mauthausen 1943-1945" von Paul Le Caër.

Mit den Erinnerungen von Paul Le Caër liegt der zweite Band der Reihe Mauthausen-Studien vor. Wie beim ersten Band handelt es sich auch hierbei um den text eines ehemaligen Häftlings, der sich jedoch vom Charakter her von der im ersten Band dieser Reihe veröffentlichten Studie Pierre Serge Choumoffs grundsätzlich unterscheidet.

"Ein junger Europäer in Mauthausen" ist einerseits ein sehr persönlicher Text. Er ist nicht nur eine Darstellung der Erlebnisse des Autors während der Zeit seiner Gefangenschaft in verschiedenen nationalsozialistischen Lagern. er bindet diese in das Ganze einer Lebensgeschichte ein, welche untrennbar mit den Erfahrungen des Konzentrationslagers verwoben ist. Erst im Kontext einer persönlichen Biographie, so scheint es, ist es möglich, die tiefgreifende Bedeutung des traumatischen erlebnisses der KZ-Haft annähernd zu erfassen. Und nur vor dem Hintergrund eine solchen Biographie wird es möglich, sich dem Trauma selbst mittels Sprache anzunähern.

Es ist dager durchaus die Absicht dieser Reihe, neben wissenschaftlichen Arbeiten dieser Reihe, neben wissenschaftlichen Arbeiten im engeren Sinn auch solche sehr individuelle und persönliche Texte zu veröffentlichen, welche in ihrem Ringen um adäquate literarische Mittel Eindrücke des Unsagbaren zu vermitteln imstande sind, die von einer standardisierten wissenschaftlichen Sprache nicht eingefangen werden können.

Das vorliegende Werk ist aber auch ein Beitrag zur verstärkten Beleuchtung der Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen. Das Nebenlager "Schlier", auf das sich Paul Le Caërs Erinnerungen hauptsächlich konzentrieren, beherbergte Produktions- und Versuchsstätten zur Raketenfertigung und war eines der wichtigsten für die Rüstungsindustrie eingerichteten Außenlager Mauthausens.